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Revision 52009.11.27 - SvenSevke

 %META:TOPICPARENT{name="2009-06"}% Das Aufstehen war heute eine Qual für alle. Martinas Handy klingelte durchdringend um 6:35 Uhr, was allerdings jeder ignorierte. Aber das Handy war gnadenlos und klingelte 10 Minuten später zusammen mit meinem eigenen erneut. Irgendwann nach 7:00 Uhr schafften es Heiko und Martina ins Bad, um gleich danach wieder angezogen ins Bett zu fallen. Nun lag es an mir, den Morgen hereinzulassen. Zunächst zog ich im WOhnzimmer die lichtdichten Vorhänge zurück. Danach ging ich ins Bad und richtete mich her. Anschließend blieb mir nichts anderes übrig als die Familie hochzuscheuchen.

Wie geplant sind wir um 7:30 Uhr beim Frühstück. Die Türen sind schon offen, das Buffet ist aber noch nicht vollständig, vor allem fehlen Brot und Eier. Natürlich war das nur eine Frage der Zeit, denn offiziell war das Buffet erst ab 8:00 Uhr verfügbar. Wir begannen also mit dem, ws schon da war. Als die Eier kamen, freute sich Heiko wie ein Schneekönig, dass er das erste Ei des Tages bekam. Bei dieser Gelegenheit stellten wir fest, dass die Eier sehr wohl heiß waren, aber dann mangels Abdeckung schnell abkühlten. Es standen auch genau 17 Eierbecher zur Verfügung. Vielleicht sah man die nur als notwendig an.solange die Eier heiß waren, weil man sich dann die Finger an den Eiern verbrennen konnte.

Pünktlich um 8:05 Uhr waren wir an der Straße und, man konnte es kaum glauben, zwei Minuten später war der Bus da. Wir wurden freundlich von einem sympathischen älteren Herrn mit österreisch gefärbter Aussprache begrüßt. Wir waren die ersten Gäste und setzten uns natürlich ganz vorne hin, weil wir von dort einen guten Blick nach vorne aus dem Bus heraus hatten. Den Kindern war das egal. Sie verzogen sich mit ihren Nintendo DS auf die hinterste Bank. Die Geräte würden sowieso nur etwa 1 Stunde ohne Stromanschluss durchhalten.

Der Bus klapperte noch ein paar andere Hotels ab, aber mehr als 10 bis 15 Leute wurden es nicht.

Cala Galdana

Unser erster Halt war ein Aussichtspunkt, von wo aus man auf den Ort Cala Galdana hinuntersehen konnte. Beeindruckend war die Strandbucht mit den herrlichen Farben des Wassers. Ein paar weiße Segelboote dümpelten vor sich hin und vervollständigten das idyllische Bild. Verschandelt wurde die Küste nur von einem großen hässlichen Hotel (das ist nicht auf dem Foto). Von hier oben sah man auch auf größere Pinienwälder. Immer wieder standen am Straßenrand und auf Privat-Grundstücken wilde Olivenbäume.

Olivenbaum

Uns wurde erklärt, dass die Bäume nur wenige und sehr kleine Oliven hergaben. Wichtiger war aber das Holz, das für Garageneinfahrt-Gatter verwendet wurde. Das Olivenholz war sehr hart und überstand das feuchte salzhaltige Klima unbehandelt bis zu 100 Jahre.

Torralba Hinweisschild

Wir fuhren weiter nach Torralba. Das ist eine der größten prähistorischen Ausgrabungsstätten von Menorca. Für Liebhaber alter Steine war das ein Fest. Ein Rundgang führte durch die Anlage.

Hier Auszug aus Merkblatt einfügen

Das Ausgrabungsgebiet Torralba

Andrea in Torralba

Den Kindern gefiel natürlich vor allem alles, was nach Höhle aussah. Die Hitze machte Heiko Probleme. Er klagte über Bauchschmerzen. Eindrucksvoll war die Taula, eine Art Mini-Stonehenge mit einem senkrecht stehenden rechteckigen Stein, auf dem quer ein großer Steinquader lag, um auf diese Weise ein großes "T" zu bilden. Darum herum gruppierten sich in einem Kreis 12 senkrechte Säulensteine. Es gab verschiedene Theorien über die Nutzung dieser Anlagen. Möglicherweise handelte es sich um Kultstätten oder vielleicht auch um eine Art Zeitmesser. Andere Theorien gingen von einemprimitiven Observatorium aus. Sowohl in dieser Anlage wie auch an vielen anderen Orten auf Menorca sah man manchmal kleine landschaftliche Erhöhungen mit Mauerresten. Dabei handelte es sich um ein altes System von Wachtürmen. Wenn nun von einem Turm aus beobachtet wurde, wie Piraten an Land kamen, wurde ein Feuer angezündet. Das hat man dann von den nächsten Talaiotos aus gesehen und ebenfalls ein Feuer angezündet. So breitete sich die Nachricht im wahrsten Sinne des Wortes wie ein Lauffeuer über die ganze Insel aus. Man konnte sich dann entscheiden, ob man sich irgendwo in Sicherheit brachte oder ob man den Feind gemeinsam bekämpfte.

Nach der Ausgrabungsstätte fuhren wir weiter zu einem großen Bauernhof, wo menorquinischer Käse hergestellt wurde, und zwar die Marke "Subaida". Laut unserem Guide gehörte praktisch das gesamte Agrarland auf Menorca einigen wenigen Großgrundbesitzern, die es an Bauern verpachtet hatten. Einzige Ausnahme sollte das Gelände des Bauern sein, auf dem wir uns gerade befanden. An sich gab es nicht viel zu sehen. Von einer alten, nicht mehr genutzten Tenne aus hatten wir einen guten Blick über die Ländereien. Das zentrale Gebäude war ein herrschaftliches Wohnhaus im englischen Kolonialstil, das aber nicht besichtigt werden durfte, weil es immer noch privat genutzt wurde. In einem weiteren Gebäude wurde der Käse in Handarbeit hergestellt. Wir stellten uns in einem Halbkreis vor einem Fenster auf, und innen knetete und klopfte ein Mitarbeiter einen Käseballen in Leinentüchern. Mehr bekamen wir von der Käseherstellung leider nicht zu sehen. Der wichtigste Teil des Besuchs folgte sofort, nämlich den Käse zu probieren und möglichst auch zu kaufen. Dazu standen auf eienr Reihe von Tischen Teller mit mehreren Variationen des Käses zum Probieren bereit, alles in kleinen Würfeln. Dazu standen etwas Wasser, Wein, Brot und WUrst bereit. Die Variationen des Käses entstanden durch verschiedene Reifegrade. Mit zunehmendem Alter wurde der Käse immer würziger, aber auch immer teurer. Der Käse war ohne chemische Zusätze und schmeckte sehr gut. Auf uns wurde keinerlei Verkaufsdruck ausgeübt, so wie wir es in der Türkei erlebt hatten. Das war sehr angenehm. Im Nebenraum wurde dann auch das eine oder andere Stück Käse verkauft. Wir nahmen allerdings nichts mit.

Nach dem Bauernhof ging es weiter an die Nordküste nach Fornells. Hier gab es eigentlich auch nichts wahnsinnig Wichtiges zu entdecken. Der Ort zehrte davon, das König Juan Carlos in dem Restaurant "Es pia" am Hafen immer mal wieder die sehr teure Spezialität "Caldereta de Langosta" aß. Man musste für dieses Gericht mit 75 Euro pro Person rechnen. Am Hafen gab es eine ganze Reihe von Restaurants und Bars. Weiter kann man sogar durch eine Fußgängerzone schlendern. Das war es dann aber schon mit dem Ort. Der Hafenw ar trotzdem sehr wichtig. Es handelte sich um einen großen Naturhafen, dessen Zugang zum Meer früher durch eine lange Eisenkette versperrt war. Die Verankerungspunkte am Ufer konnte man noch sehen. Von diesem Hafen aus starteten die meisten Ausflüge auf Menorca, die mit dem Segelboot oder Katamaran durchgeführt wurden. AM Hafeneingang fand man auch noch die spärlichen Überreste eienr Festung, allerdings war das nur sehr wenig imposant. Der Hauptgrund, warum wir hier waren, war das Mittagessen. Beim Vergleichen der verschiedenen Speisenkarten fiel auf, dass die preise in diesem Örtchen deutlich zu teuer waren, sogar teurer als in unserer Feriensiedlung, im Durchschnitt um ca. 25 Prozent teurer. Ich konnte beim Vorbeigehen an den Restaurants nicht erkennen, dass auf den Tellern irgendetwas Außergewöhnliches landete, was den Mehrpreis gerechtfertigt hätte. Viel Zeit für genauere Analysen blieb nicht. Wir suchten uns ein Restaurant aus und aßen.

Etwas später machten wir noch einen kleinen Spaziergang auf der Hafenmole. Ich setzte mich auf eine Steinbank und schaute mir das sehr saubere Wasser an. Es waren nur klitzekleine Wellen zu sehen, die auch nur deswegen erkennbar waren, weil sie kleine Lichtreflexe zurückschickten. Meine Augen änderten ihren Fokus und sahen keine Wellen mehr, nur noch eine dunkle Fläche mit vielen kleinen Lichtreflexen wie funkelnde Sterne. Das Meer funkelte mich an! Sekundenlang versank ich in diesem Anblick. Ich hätte hier noch lange sitzenbleiben können, aber die Familie war schon weitergegangen und ich musste hinterher.

Wir trafen uns alle wieder am Bus. Ein Teilnehmer war noch mal zurück zur Stadt gegangen, weil er eine Apotheke suchte. Ich plauderte mit unserem Guide ein wenig über Hektik, aber auch über sein Haus, ein Bauernhaus, das er restaurierte.

Monte de Torro Statue

Wir fuhren weiter. Ganz in der Nähe befand sich der höchste Berg von Menorca, der Monte Toro. Er war immerhin 357 m hoch. Da das umliegende Gelände kaum höher als der Meeresspiegel war, hatte man trotzdem einen schönen Rundumblick. Der höchste Punkt zu sein, hatte aber in unserer modernen Welt den Nachteil, dass dieser Punkt mit allerlei Antennen-Masten zugepflastert war. Das war besonders schade, weil es direkt daneben auch eine mächtige Christus-Skulptur und vor allem ein ehemaliges Kloster gab. Wir schauten nur flüchtig in die Kapelle, bewunderten den Ausblick und schauten vor allem auch hinab nach Fornells, wo wir kurz vorher zum Mittagessen waren. Von hier oben konnte man die Form der großen Bucht besonders schön erkennen.

Blick nach Fornells

Unsere letzte Station auf unserer Inselrundfahrt war die zweitgrößte Stadt Menorcas, die ehemalige Hauptstadt Ciutadella. Wir philosophierten im Bus darüber, wie relativ der Begriff "große Stadt" war. München würde schätzungsweise den gesamten Platz von Menorca verbrauchen und hätte mit 1,2 Mio Bewohnern unverhältnismäßig mehr Einwohner als Menorca mit 90.000. Gar kein Vergleich war das aber mit den größten Städten der Welt:

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10 größten Städte der Welt
Stadt Einwohner
Tokio - Yokohama 37,5 Mio
Mexico Stadt 15 - 25 Mio
New York 15 - 25 Mio
Sudogwon (Seoul) 15 - 30 Mio
Mumbai (Bombay) 15 - 20 Mio
São Paulo 15 - 25 Mio
Manila 10 - 20 Mio
Jabotabek (Jakarta) 15 - 25 Mio
Delhi 15 - 20 Mio
Los Angeles 10 -20 Mio
Stadt Einwohner

In Ciutadella gingen wir gemeinsam die Hauptstraße "Cami de Maó" entlang in die Altstadt. Das begann beim "Placa de ses Palmares", auf dem 8 Palmen standen. Früher stand hier noch das Stadttor, als es noch eine Stadtmauer gab. Auf der anderen Straßenseite stand eine alte Windmühle, die jetzt eine schummerige Bar/Café beherbergte. Es sah darin ausgesprochen urig aus. Die Wände waren dicke Steinmauern und die Decken wurden durch Kreuzgewölbe gestützt. Später auf dem Rückweg zum Bus waren wir nur zufällig in die Bar hineingeraten, weil Heiko klebrige Finger waschen wollte. ihm war kurz vorher sein Eis am Stiel bei der Wärme von ca. 28 Grad buchstäblich zwischen den Fingern geschmolzen. Oft wirkten Kneipen, die von außen sehr dunkel waren, etwas zwielichtig. War man erst mal drinnen, gewöhnten sich die Augen sehr schnell an das Licht, und das Innere erwies sich dann im höchsten Maße als angenehm: kein grelles Licht, angenehme Kühle, nettes Ambiente.

Wer ein paar Minuten Zeit hatte, sollte unbedingt einen Espresso oder ein Bier in der Mühle trinken.

Auf dem Weg durch die Altstadt kamen wir an der Kathedrale vorbei, die Ende des 13. Jahrhunderts auf den Grundmauern der maurischen Moschee erreichtet worden ist. Unser Guide erklärte uns, dass genau unter dem Pflaster, wo wir gerade standen, Skelette in Embryo-Haltung gefunden worden sind, die in Richtung Osten ausgerichtet waren. Man ging deswegen davon aus, dass sich unter dem Pflaaster ein islamischer Fiedhof befand.

in der Altstadt gab es auch einige alte Stadtpaläste, die noch immer von den entsprechenden Familien genutzt wurden.

Wenn man auf dem Rathausplatz, dem "Placa des Born" beim großen Obelisken stand, der an die bei einem großen Piratenüberfall im Jahr 1558 getöteten Menorquiner erinnerte, zurück in Richtung Kathedrale schaute, fiel der Blick auf die prächtigen Adelspaläste. Für mich sahen diePaläste mit ihren sandfarbenen Fassaden renovierungsbedürftig aus. Leider konnte man gar nicht viel von außen sehen. Ich gin davon aus, dasss es im Palast wunderschöne Innenhöfe und Säle mit teuren exotischen Möbeln gab.

Uns rannte die Zeit wieder davon. Zwei Stunden waren zum Erkunden einer einstigen Hauptstadt natürlich viel zu wenig. Unseren Kindern war es aber ganz recht, dass sie nicht länger in der Hitze herumrennen mussten.

Nach dem Abendessen im Hotel habe ich versucht, dem Rest der Famile die Grundlagen des Kartenspiels "Skat" beizubringen, aber das würde noch ein langer Weg werden.

Arrow right nächster Tag

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Revision 42009.11.27 - SvenSevke

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Wie geplant sind wir um 7:30 Uhr beim Frühstück. Die Türen sind schon offen, das Buffet ist aber noch nicht vollständig, vor allem fehlen Brot und Eier. Natürlich war das nur eine Frage der Zeit, denn offiziell war das Buffet erst ab 8:00 Uhr verfügbar. Wir begannen also mit dem, ws schon da war. Als die Eier kamen, freute sich Heiko wie ein Schneekönig, dass er das erste Ei des Tages bekam. Bei dieser Gelegenheit stellten wir fest, dass die Eier sehr wohl heiß waren, aber dann mangels Abdeckung schnell abkühlten. Es standen auch genau 17 Eierbecher zur Verfügung. Vielleicht sah man die nur als notwendig an.solange die Eier heiß waren, weil man sich dann die Finger an den Eiern verbrennen konnte.

Pünktlich um 8:05 Uhr waren wir an der Straße und, man konnte es kaum glauben, zwei Minuten später war der Bus da. Wir wurden freundlich von einem sympathischen älteren Herrn mit österreisch gefärbter Aussprache begrüßt. Wir waren die ersten Gäste und setzten uns natürlich ganz vorne hin, weil wir von dort einen guten Blick nach vorne aus dem Bus heraus hatten. Den Kindern war das egal. Sie verzogen sich mit ihren Nintendo DS auf die hinterste Bank. Die Geräte würden sowieso nur etwa 1 Stunde ohne Stromanschluss durchhalten.

Der Bus klapperte noch ein paar andere Hotels ab, aber mehr als 10 bis 15 Leute wurden es nicht.

Cala Galdana

Unser erster Halt war ein Aussichtspunkt, von wo aus man auf den Ort Cala Galdana hinuntersehen konnte. Beeindruckend war die Strandbucht mit den herrlichen Farben des Wassers. Ein paar weiße Segelboote dümpelten vor sich hin und vervollständigten das idyllische Bild. Verschandelt wurde die Küste nur von einem großen hässlichen Hotel (das ist nicht auf dem Foto). Von hier oben sah man auch auf größere Pinienwälder. Immer wieder standen am Straßenrand und auf Privat-Grundstücken wilde Olivenbäume.

Olivenbaum

Uns wurde erklärt, dass die Bäume nur wenige und sehr kleine Oliven hergaben. Wichtiger war aber das Holz, das für Garageneinfahrt-Gatter verwendet wurde. Das Olivenholz war sehr hart und überstand das feuchte salzhaltige Klima unbehandelt bis zu 100 Jahre.

Torralba Hinweisschild

Wir fuhren weiter nach Torralba. Das ist eine der größten prähistorischen Ausgrabungsstätten von Menorca. Für Liebhaber alter Steine war das ein Fest. Ein Rundgang führte durch die Anlage.

Hier Auszug aus Merkblatt einfügen

Das Ausgrabungsgebiet Torralba

Andrea in Torralba

Den Kindern gefiel natürlich vor allem alles, was nach Höhle aussah. Die Hitze machte Heiko Probleme. Er klagte über Bauchschmerzen. Eindrucksvoll war die Taula, eine Art Mini-Stonehenge mit einem senkrecht stehenden rechteckigen Stein, auf dem quer ein großer Steinquader lag, um auf diese Weise ein großes "T" zu bilden. Darum herum gruppierten sich in einem Kreis 12 senkrechte Säulensteine. Es gab verschiedene Theorien über die Nutzung dieser Anlagen. Möglicherweise handelte es sich um Kultstätten oder vielleicht auch um eine Art Zeitmesser. Andere Theorien gingen von einemprimitiven Observatorium aus. Sowohl in dieser Anlage wie auch an vielen anderen Orten auf Menorca sah man manchmal kleine landschaftliche Erhöhungen mit Mauerresten. Dabei handelte es sich um ein altes System von Wachtürmen. Wenn nun von einem Turm aus beobachtet wurde, wie Piraten an Land kamen, wurde ein Feuer angezündet. Das hat man dann von den nächsten Talaiotos aus gesehen und ebenfalls ein Feuer angezündet. So breitete sich die Nachricht im wahrsten Sinne des Wortes wie ein Lauffeuer über die ganze Insel aus. Man konnte sich dann entscheiden, ob man sich irgendwo in Sicherheit brachte oder ob man den Feind gemeinsam bekämpfte.

Nach der Ausgrabungsstätte fuhren wir weiter zu einem großen Bauernhof, wo menorquinischer Käse hergestellt wurde, und zwar die Marke "Subaida". Laut unserem Guide gehörte praktisch das gesamte Agrarland auf Menorca einigen wenigen Großgrundbesitzern, die es an Bauern verpachtet hatten. Einzige Ausnahme sollte das Gelände des Bauern sein, auf dem wir uns gerade befanden. An sich gab es nicht viel zu sehen. Von einer alten, nicht mehr genutzten Tenne aus hatten wir einen guten Blick über die Ländereien. Das zentrale Gebäude war ein herrschaftliches Wohnhaus im englischen Kolonialstil, das aber nicht besichtigt werden durfte, weil es immer noch privat genutzt wurde. In einem weiteren Gebäude wurde der Käse in Handarbeit hergestellt. Wir stellten uns in einem Halbkreis vor einem Fenster auf, und innen knetete und klopfte ein Mitarbeiter einen Käseballen in Leinentüchern. Mehr bekamen wir von der Käseherstellung leider nicht zu sehen. Der wichtigste Teil des Besuchs folgte sofort, nämlich den Käse zu probieren und möglichst auch zu kaufen. Dazu standen auf eienr Reihe von Tischen Teller mit mehreren Variationen des Käses zum Probieren bereit, alles in kleinen Würfeln. Dazu standen etwas Wasser, Wein, Brot und WUrst bereit. Die Variationen des Käses entstanden durch verschiedene Reifegrade. Mit zunehmendem Alter wurde der Käse immer würziger, aber auch immer teurer. Der Käse war ohne chemische Zusätze und schmeckte sehr gut. Auf uns wurde keinerlei Verkaufsdruck ausgeübt, so wie wir es in der Türkei erlebt hatten. Das war sehr angenehm. Im Nebenraum wurde dann auch das eine oder andere Stück Käse verkauft. Wir nahmen allerdings nichts mit.

Nach dem Bauernhof ging es weiter an die Nordküste nach Fornells. Hier gab es eigentlich auch nichts wahnsinnig Wichtiges zu entdecken. Der Ort zehrte davon, das König Juan Carlos in dem Restaurant "Es pia" am Hafen immer mal wieder die sehr teure Spezialität "Caldereta de Langosta" aß. Man musste für dieses Gericht mit 75 Euro pro Person rechnen. Am Hafen gab es eine ganze Reihe von Restaurants und Bars. Weiter kann man sogar durch eine Fußgängerzone schlendern. Das war es dann aber schon mit dem Ort. Der Hafenw ar trotzdem sehr wichtig. Es handelte sich um einen großen Naturhafen, dessen Zugang zum Meer früher durch eine lange Eisenkette versperrt war. Die Verankerungspunkte am Ufer konnte man noch sehen. Von diesem Hafen aus starteten die meisten Ausflüge auf Menorca, die mit dem Segelboot oder Katamaran durchgeführt wurden. AM Hafeneingang fand man auch noch die spärlichen Überreste eienr Festung, allerdings war das nur sehr wenig imposant. Der Hauptgrund, warum wir hier waren, war das Mittagessen. Beim Vergleichen der verschiedenen Speisenkarten fiel auf, dass die preise in diesem Örtchen deutlich zu teuer waren, sogar teurer als in unserer Feriensiedlung, im Durchschnitt um ca. 25 Prozent teurer. Ich konnte beim Vorbeigehen an den Restaurants nicht erkennen, dass auf den Tellern irgendetwas Außergewöhnliches landete, was den Mehrpreis gerechtfertigt hätte. Viel Zeit für genauere Analysen blieb nicht. Wir suchten uns ein Restaurant aus und aßen.

Etwas später machten wir noch einen kleinen Spaziergang auf der Hafenmole. Ich setzte mich auf eine Steinbank und schaute mir das sehr saubere Wasser an. Es waren nur klitzekleine Wellen zu sehen, die auch nur deswegen erkennbar waren, weil sie kleine Lichtreflexe zurückschickten. Meine Augen änderten ihren Fokus und sahen keine Wellen mehr, nur noch eine dunkle Fläche mit vielen kleinen Lichtreflexen wie funkelnde Sterne. Das Meer funkelte mich an! Sekundenlang versank ich in diesem Anblick. Ich hätte hier noch lange sitzenbleiben können, aber die Familie war schon weitergegangen und ich musste hinterher.

Wir trafen uns alle wieder am Bus. Ein Teilnehmer war noch mal zurück zur Stadt gegangen, weil er eine Apotheke suchte. Ich plauderte mit unserem Guide ein wenig über Hektik, aber auch über sein Haus, ein Bauernhaus, das er restaurierte.

Monte de Torro Statue

Wir fuhren weiter. Ganz in der Nähe befand sich der höchste Berg von Menorca, der Monte Toro. Er war immerhin 357 m hoch. Da das umliegende Gelände kaum höher als der Meeresspiegel war, hatte man trotzdem einen schönen Rundumblick. Der höchste Punkt zu sein, hatte aber in unserer modernen Welt den Nachteil, dass dieser Punkt mit allerlei Antennen-Masten zugepflastert war. Das war besonders schade, weil es direkt daneben auch eine mächtige Christus-Skulptur und vor allem ein ehemaliges Kloster gab. Wir schauten nur flüchtig in die Kapelle, bewunderten den Ausblick und schauten vor allem auch hinab nach Fornells, wo wir kurz vorher zum Mittagessen waren. Von hier oben konnte man die Form der großen Bucht besonders schön erkennen.

Blick nach Fornells

Unsere letzte Station auf unserer Inselrundfahrt war die zweitgrößte Stadt Menorcas, die ehemalige Hauptstadt Ciutadella. Wir philosophierten im Bus darüber, wie relativ der Begriff "große Stadt" war. München würde schätzungsweise den gesamten Platz von Menorca verbrauchen und hätte mit 1,2 Mio Bewohnern unverhältnismäßig mehr Einwohner als Menorca mit 90.000. Gar kein Vergleich war das aber mit den größten Städten der Welt:

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10 größten Städte der Welt
Stadt Einwohner
Tokio - Yokohama 37,5 Mio
Mexico Stadt 15 - 25 Mio
New York 15 - 25 Mio
Sudogwon (Seoul) 15 - 30 Mio
Mumbai (Bombay) 15 - 20 Mio
São Paulo 15 - 25 Mio
Manila 10 - 20 Mio
Jabotabek (Jakarta) 15 - 25 Mio
Delhi 15 - 20 Mio
Los Angeles 10 -20 Mio
Stadt Einwohner

In Ciutadella gingen wir gemeinsam die Hauptstraße "Cami de Maó" entlang in die Altstadt. Das begann beim "Placa de ses Palmares", auf dem 8 Palmen standen. Früher stand hier noch das Stadttor, als es noch eine Stadtmauer gab. Auf der anderen Straßenseite stand eine alte Windmühle, die jetzt eine schummerige Bar/Café beherbergte. Es sah darin ausgesprochen urig aus. Die Wände waren dicke Steinmauern und die Decken wurden durch Kreuzgewölbe gestützt. Später auf dem Rückweg zum Bus waren wir nur zufällig in die Bar hineingeraten, weil Heiko klebrige Finger waschen wollte. ihm war kurz vorher sein Eis am Stiel bei der Wärme von ca. 28 Grad buchstäblich zwischen den Fingern geschmolzen. Oft wirkten Kneipen, die von außen sehr dunkel waren, etwas zwielichtig. War man erst mal drinnen, gewöhnten sich die Augen sehr schnell an das Licht, und das Innere erwies sich dann im höchsten Maße als angenehm: kein grelles Licht, angenehme Kühle, nettes Ambiente.

Wer ein paar Minuten Zeit hatte, sollte unbedingt einen Espresso oder ein Bier in der Mühle trinken.

Auf dem Weg durch die Altstadt kamen wir an der Kathedrale vorbei, die Ende des 13. Jahrhunderts auf den Grundmauern der maurischen Moschee erreichtet worden ist. Unser Guide erklärte uns, dass genau unter dem Pflaster, wo wir gerade standen, Skelette in Embryo-Haltung gefunden worden sind, die in Richtung Osten ausgerichtet waren. Man ging deswegen davon aus, dass sich unter dem Pflaaster ein islamischer Fiedhof befand.

in der Altstadt gab es auch einige alte Stadtpaläste, die noch immer von den entsprechenden Familien genutzt wurden.

Wenn man auf dem Rathausplatz, dem "Placa des Born" beim großen Obelisken stand, der an die bei einem großen Piratenüberfall im Jahr 1558 getöteten Menorquiner erinnerte, zurück in Richtung Kathedrale schaute, fiel der Blick auf die prächtigen Adelspaläste. Für mich sahen diePaläste mit ihren sandfarbenen Fassaden renovierungsbedürftig aus. Leider konnte man gar nicht viel von außen sehen. Ich gin davon aus, dasss es im Palast wunderschöne Innenhöfe und Säle mit teuren exotischen Möbeln gab.

Uns rannte die Zeit wieder davon. Zwei Stunden waren zum Erkunden einer einstigen Hauptstadt natürlich viel zu wenig. Unseren Kindern war es aber ganz recht, dass sie nicht länger in der Hitze herumrennen mussten.

Nach dem Abendessen im Hotel habe ich versucht, dem Rest der Famile die Grundlagen des Kartenspiels "Skat" beizubringen, aber das würde noch ein langer Weg werden.

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Wie geplant sind wir um 7:30 Uhr beim Frühstück. Die Türen sind schon offen, das Buffet ist aber noch nicht vollständig, vor allem fehlen Brot und Eier. Natürlich war das nur eine Frage der Zeit, denn offiziell war das Buffet erst ab 8:00 Uhr verfügbar. Wir begannen also mit dem, ws schon da war. Als die Eier kamen, freute sich Heiko wie ein Schneekönig, dass er das erste Ei des Tages bekam. Bei dieser Gelegenheit stellten wir fest, dass die Eier sehr wohl heiß waren, aber dann mangels Abdeckung schnell abkühlten. Es standen auch genau 17 Eierbecher zur Verfügung. Vielleicht sah man die nur als notwendig an.solange die Eier heiß waren, weil man sich dann die Finger an den Eiern verbrennen konnte.

Pünktlich um 8:05 Uhr waren wir an der Straße und, man konnte es kaum glauben, zwei Minuten später war der Bus da. Wir wurden freundlich von einem sympathischen älteren Herrn mit österreisch gefärbter Aussprache begrüßt. Wir waren die ersten Gäste und setzten uns natürlich ganz vorne hin, weil wir von dort einen guten Blick nach vorne aus dem Bus heraus hatten. Den Kindern war das egal. Sie verzogen sich mit ihren Nintendo DS auf die hinterste Bank. Die Geräte würden sowieso nur etwa 1 Stunde ohne Stromanschluss durchhalten.

Der Bus klapperte noch ein paar andere Hotels ab, aber mehr als 10 bis 15 Leute wurden es nicht.

Cala Galdana

Unser erster Halt war ein Aussichtspunkt, von wo aus man auf den Ort Cala Galdana hinuntersehen konnte. Beeindruckend war die Strandbucht mit den herrlichen Farben des Wassers. Ein paar weiße Segelboote dümpelten vor sich hin und vervollständigten das idyllische Bild. Verschandelt wurde die Küste nur von einem großen hässlichen Hotel (das ist nicht auf dem Foto). Von hier oben sah man auch auf größere Pinienwälder. Immer wieder standen am Straßenrand und auf Privat-Grundstücken wilde Olivenbäume.

Olivenbaum

Uns wurde erklärt, dass die Bäume nur wenige und sehr kleine Oliven hergaben. Wichtiger war aber das Holz, das für Garageneinfahrt-Gatter verwendet wurde. Das Olivenholz war sehr hart und überstand das feuchte salzhaltige Klima unbehandelt bis zu 100 Jahre.

Torralba Hinweisschild

Wir fuhren weiter nach Torralba. Das ist eine der größten prähistorischen Ausgrabungsstätten von Menorca. Für Liebhaber alter Steine war das ein Fest. Ein Rundgang führte durch die Anlage.

Hier Auszug aus Merkblatt einfügen

Das Ausgrabungsgebiet Torralba

Andrea in Torralba

Den Kindern gefiel natürlich vor allem alles, was nach Höhle aussah. Die Hitze machte Heiko Probleme. Er klagte über Bauchschmerzen. Eindrucksvoll war die Taula, eine Art Mini-Stonehenge mit einem senkrecht stehenden rechteckigen Stein, auf dem quer ein großer Steinquader lag, um auf diese Weise ein großes "T" zu bilden. Darum herum gruppierten sich in einem Kreis 12 senkrechte Säulensteine. Es gab verschiedene Theorien über die Nutzung dieser Anlagen. Möglicherweise handelte es sich um Kultstätten oder vielleicht auch um eine Art Zeitmesser. Andere Theorien gingen von einemprimitiven Observatorium aus. Sowohl in dieser Anlage wie auch an vielen anderen Orten auf Menorca sah man manchmal kleine landschaftliche Erhöhungen mit Mauerresten. Dabei handelte es sich um ein altes System von Wachtürmen. Wenn nun von einem Turm aus beobachtet wurde, wie Piraten an Land kamen, wurde ein Feuer angezündet. Das hat man dann von den nächsten Talaiotos aus gesehen und ebenfalls ein Feuer angezündet. So breitete sich die Nachricht im wahrsten Sinne des Wortes wie ein Lauffeuer über die ganze Insel aus. Man konnte sich dann entscheiden, ob man sich irgendwo in Sicherheit brachte oder ob man den Feind gemeinsam bekämpfte.

Nach der Ausgrabungsstätte fuhren wir weiter zu einem großen Bauernhof, wo menorquinischer Käse hergestellt wurde, und zwar die Marke "Subaida". Laut unserem Guide gehörte praktisch das gesamte Agrarland auf Menorca einigen wenigen Großgrundbesitzern, die es an Bauern verpachtet hatten. Einzige Ausnahme sollte das Gelände des Bauern sein, auf dem wir uns gerade befanden. An sich gab es nicht viel zu sehen. Von einer alten, nicht mehr genutzten Tenne aus hatten wir einen guten Blick über die Ländereien. Das zentrale Gebäude war ein herrschaftliches Wohnhaus im englischen Kolonialstil, das aber nicht besichtigt werden durfte, weil es immer noch privat genutzt wurde. In einem weiteren Gebäude wurde der Käse in Handarbeit hergestellt. Wir stellten uns in einem Halbkreis vor einem Fenster auf, und innen knetete und klopfte ein Mitarbeiter einen Käseballen in Leinentüchern. Mehr bekamen wir von der Käseherstellung leider nicht zu sehen. Der wichtigste Teil des Besuchs folgte sofort, nämlich den Käse zu probieren und möglichst auch zu kaufen. Dazu standen auf eienr Reihe von Tischen Teller mit mehreren Variationen des Käses zum Probieren bereit, alles in kleinen Würfeln. Dazu standen etwas Wasser, Wein, Brot und WUrst bereit. Die Variationen des Käses entstanden durch verschiedene Reifegrade. Mit zunehmendem Alter wurde der Käse immer würziger, aber auch immer teurer. Der Käse war ohne chemische Zusätze und schmeckte sehr gut. Auf uns wurde keinerlei Verkaufsdruck ausgeübt, so wie wir es in der Türkei erlebt hatten. Das war sehr angenehm. Im Nebenraum wurde dann auch das eine oder andere Stück Käse verkauft. Wir nahmen allerdings nichts mit.

Nach dem Bauernhof ging es weiter an die Nordküste nach Fornells. Hier gab es eigentlich auch nichts wahnsinnig Wichtiges zu entdecken. Der Ort zehrte davon, das König Juan Carlos in dem Restaurant "Es pia" am Hafen immer mal wieder die sehr teure Spezialität "Caldereta de Langosta" aß. Man musste für dieses Gericht mit 75 Euro pro Person rechnen. Am Hafen gab es eine ganze Reihe von Restaurants und Bars. Weiter kann man sogar durch eine Fußgängerzone schlendern. Das war es dann aber schon mit dem Ort. Der Hafenw ar trotzdem sehr wichtig. Es handelte sich um einen großen Naturhafen, dessen Zugang zum Meer früher durch eine lange Eisenkette versperrt war. Die Verankerungspunkte am Ufer konnte man noch sehen. Von diesem Hafen aus starteten die meisten Ausflüge auf Menorca, die mit dem Segelboot oder Katamaran durchgeführt wurden. AM Hafeneingang fand man auch noch die spärlichen Überreste eienr Festung, allerdings war das nur sehr wenig imposant. Der Hauptgrund, warum wir hier waren, war das Mittagessen. Beim Vergleichen der verschiedenen Speisenkarten fiel auf, dass die preise in diesem Örtchen deutlich zu teuer waren, sogar teurer als in unserer Feriensiedlung, im Durchschnitt um ca. 25 Prozent teurer. Ich konnte beim Vorbeigehen an den Restaurants nicht erkennen, dass auf den Tellern irgendetwas Außergewöhnliches landete, was den Mehrpreis gerechtfertigt hätte. Viel Zeit für genauere Analysen blieb nicht. Wir suchten uns ein Restaurant aus und aßen.

Etwas später machten wir noch einen kleinen Spaziergang auf der Hafenmole. Ich setzte mich auf eine Steinbank und schaute mir das sehr saubere Wasser an. Es waren nur klitzekleine Wellen zu sehen, die auch nur deswegen erkennbar waren, weil sie kleine Lichtreflexe zurückschickten. Meine Augen änderten ihren Fokus und sahen keine Wellen mehr, nur noch eine dunkle Fläche mit vielen kleinen Lichtreflexen wie funkelnde Sterne. Das Meer funkelte mich an! Sekundenlang versank ich in diesem Anblick. Ich hätte hier noch lange sitzenbleiben können, aber die Familie war schon weitergegangen und ich musste hinterher.

Wir trafen uns alle wieder am Bus. Ein Teilnehmer war noch mal zurück zur Stadt gegangen, weil er eine Apotheke suchte. Ich plauderte mit unserem Guide ein wenig über Hektik, aber auch über sein Haus, ein Bauernhaus, das er restaurierte.

Monte de Torro Statue

Wir fuhren weiter. Ganz in der Nähe befand sich der höchste Berg von Menorca, der Monte Toro. Er war immerhin 357 m hoch. Da das umliegende Gelände kaum höher als der Meeresspiegel war, hatte man trotzdem einen schönen Rundumblick. Der höchste Punkt zu sein, hatte aber in unserer modernen Welt den Nachteil, dass dieser Punkt mit allerlei Antennen-Masten zugepflastert war. Das war besonders schade, weil es direkt daneben auch eine mächtige Christus-Skulptur und vor allem ein ehemaliges Kloster gab. Wir schauten nur flüchtig in die Kapelle, bewunderten den Ausblick und schauten vor allem auch hinab nach Fornells, wo wir kurz vorher zum Mittagessen waren. Von hier oben konnte man die Form der großen Bucht besonders schön erkennen.

Blick nach Fornells

Unsere letzte Station auf unserer Inselrundfahrt war die zweitgrößte Stadt Menorcas, die ehemalige Hauptstadt Ciutadella. Wir philosophierten im Bus darüber, wie relativ der Begriff "große Stadt" war. München würde schätzungsweise den gesamten Platz von Menorca verbrauchen und hätte mit 1,2 Mio Bewohnern unverhältnismäßig mehr Einwohner als Menorca mit 90.000. Gar kein Vergleich war das aber mit den größten Städten der Welt:

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10 größten Städte der Welt
Stadt Einwohner
Tokio - Yokohama 37,5 Mio
Mexico Stadt 15 - 25 Mio
New York 15 - 25 Mio
Sudogwon (Seoul) 15 - 30 Mio
Mumbai (Bombay) 15 - 20 Mio
São Paulo 15 - 25 Mio
Manila 10 - 20 Mio
Jabotabek (Jakarta) 15 - 25 Mio
Delhi 15 - 20 Mio
Los Angeles 10 -20 Mio
Stadt Einwohner

In Ciutadella gingen wir gemeinsam die Hauptstraße "Cami de Maó" entlang in die Altstadt. Das begann beim "Placa de ses Palmares", auf dem 8 Palmen standen. Früher stand hier noch das Stadttor, als es noch eine Stadtmauer gab. Auf der anderen Straßenseite stand eine alte Windmühle, die jetzt eine schummerige Bar/Café beherbergte. Es sah darin ausgesprochen urig aus. Die Wände waren dicke Steinmauern und die Decken wurden durch Kreuzgewölbe gestützt. Später auf dem Rückweg zum Bus waren wir nur zufällig in die Bar hineingeraten, weil Heiko klebrige Finger waschen wollte. ihm war kurz vorher sein Eis am Stiel bei der Wärme von ca. 28 Grad buchstäblich zwischen den Fingern geschmolzen. Oft wirkten Kneipen, die von außen sehr dunkel waren, etwas zwielichtig. War man erst mal drinnen, gewöhnten sich die Augen sehr schnell an das Licht, und das Innere erwies sich dann im höchsten Maße als angenehm: kein grelles Licht, angenehme Kühle, nettes Ambiente.

Wer ein paar Minuten Zeit hatte, sollte unbedingt einen Espresso oder ein Bier in der Mühle trinken.

Auf dem Weg durch die Altstadt kamen wir an der Kathedrale vorbei, die Ende des 13. Jahrhunderts auf den Grundmauern der maurischen Moschee erreichtet worden ist. Unser Guide erklärte uns, dass genau unter dem Pflaster, wo wir gerade standen, Skelette in Embryo-Haltung gefunden worden sind, die in Richtung Osten ausgerichtet waren. Man ging deswegen davon aus, dass sich unter dem Pflaaster ein islamischer Fiedhof befand.

in der Altstadt gab es auch einige alte Stadtpaläste, die noch immer von den entsprechenden Familien genutzt wurden.

Wenn man auf dem Rathausplatz, dem "Placa des Born" beim großen Obelisken stand, der an die bei einem großen Piratenüberfall im Jahr 1558 getöteten Menorquiner erinnerte, zurück in Richtung Kathedrale schaute, fiel der Blick auf die prächtigen Adelspaläste. Für mich sahen diePaläste mit ihren sandfarbenen Fassaden renovierungsbedürftig aus. Leider konnte man gar nicht viel von außen sehen. Ich gin davon aus, dasss es im Palast wunderschöne Innenhöfe und Säle mit teuren exotischen Möbeln gab.

Uns rannte die Zeit wieder davon. Zwei Stunden waren zum Erkunden einer einstigen Hauptstadt natürlich viel zu wenig. Unseren Kindern war es aber ganz recht, dass sie nicht länger in der Hitze herumrennen mussten.

Nach dem Abendessen im Hotel habe ich versucht, dem Rest der Famile die Grundlagen des Kartenspiels "Skat" beizubringen, aber das würde noch ein langer Weg werden.

Arrow right nächster Tag

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Revision 22009.11.20 - SvenSevke

 %META:TOPICPARENT{name="2009-06"}% Das Aufstehen war heute eine Qual für alle. Martinas Handy klingelte durchdringend um 6:35 Uhr, was allerdings jeder ignorierte. Aber das Handy war gnadenlos und klingelte 10 Minuten später zusammen mit meinem eigenen erneut. Irgendwann nach 7:00 Uhr schafften es Heiko und Martina ins Bad, um gleich danach wieder angezogen ins Bett zu fallen. Nun lag es an mir, den Morgen hereinzulassen. Zunächst zog ich im WOhnzimmer die lichtdichten Vorhänge zurück. Danach ging ich ins Bad und richtete mich her. Anschließend blieb mir nichts anderes übrig als die Familie hochzuscheuchen.

Wie geplant sind wir um 7:30 Uhr beim Frühstück. Die Türen sind schon offen, das Buffet ist aber noch nicht vollständig, vor allem fehlen Brot und Eier. Natürlich war das nur eine Frage der Zeit, denn offiziell war das Buffet erst ab 8:00 Uhr verfügbar. Wir begannen also mit dem, ws schon da war. Als die Eier kamen, freute sich Heiko wie ein Schneekönig, dass er das erste Ei des Tages bekam. Bei dieser Gelegenheit stellten wir fest, dass die Eier sehr wohl heiß waren, aber dann mangels Abdeckung schnell abkühlten. Es standen auch genau 17 Eierbecher zur Verfügung. Vielleicht sah man die nur als notwendig an.solange die Eier heiß waren, weil man sich dann die Finger an den Eiern verbrennen konnte.

Pünktlich um 8:05 Uhr waren wir an der Straße und, man konnte es kaum glauben, zwei Minuten später war der Bus da. Wir wurden freundlich von einem sympathischen älteren Herrn mit österreisch gefärbter Aussprache begrüßt. Wir waren die ersten Gäste und setzten uns natürlich ganz vorne hin, weil wir von dort einen guten Blick nach vorne aus dem Bus heraus hatten. Den Kindern war das egal. Sie verzogen sich mit ihren Nintendo DS auf die hinterste Bank. Die Geräte würden sowieso nur etwa 1 Stunde ohne Stromanschluss durchhalten.

Der Bus klapperte noch ein paar andere Hotels ab, aber mehr als 10 bis 15 Leute wurden es nicht.

Cala Galdana

Unser erster Halt war ein Aussichtspunkt, von wo aus man auf den Ort Cala Galdana hinuntersehen konnte. Beeindruckend war die Strandbucht mit den herrlichen Farben des Wassers. Ein paar weiße Segelboote dümpelten vor sich hin und vervollständigten das idyllische Bild. Verschandelt wurde die Küste nur von einem großen hässlichen Hotel (das ist nicht auf dem Foto). Von hier oben sah man auch auf größere Pinienwälder. Immer wieder standen am Straßenrand und auf Privat-Grundstücken wilde Olivenbäume.

Olivenbaum

Uns wurde erklärt, dass die Bäume nur wenige und sehr kleine Oliven hergaben. Wichtiger war aber das Holz, das für Garageneinfahrt-Gatter verwendet wurde. Das Olivenholz war sehr hart und überstand das feuchte salzhaltige Klima unbehandelt bis zu 100 Jahre.

Torralba Hinweisschild

Wir fuhren weiter nach Torralba. Das ist eine der größten prähistorischen Ausgrabungsstätten von Menorca. Für Liebhaber alter Steine war das ein Fest. Ein Rundgang führte durch die Anlage.

Hier Auszug aus Merkblatt einfügen

Das Ausgrabungsgebiet Torralba

Andrea in Torralba

Den Kindern gefiel natürlich vor allem alles, was nach Höhle aussah. Die Hitze machte Heiko Probleme. Er klagte über Bauchschmerzen. Eindrucksvoll war die Taula, eine Art Mini-Stonehenge mit einem senkrecht stehenden rechteckigen Stein, auf dem quer ein großer Steinquader lag, um auf diese Weise ein großes "T" zu bilden. Darum herum gruppierten sich in einem Kreis 12 senkrechte Säulensteine. Es gab verschiedene Theorien über die Nutzung dieser Anlagen. Möglicherweise handelte es sich um Kultstätten oder vielleicht auch um eine Art Zeitmesser. Andere Theorien gingen von einemprimitiven Observatorium aus. Sowohl in dieser Anlage wie auch an vielen anderen Orten auf Menorca sah man manchmal kleine landschaftliche Erhöhungen mit Mauerresten. Dabei handelte es sich um ein altes System von Wachtürmen. Wenn nun von einem Turm aus beobachtet wurde, wie Piraten an Land kamen, wurde ein Feuer angezündet. Das hat man dann von den nächsten Talaiotos aus gesehen und ebenfalls ein Feuer angezündet. So breitete sich die Nachricht im wahrsten Sinne des Wortes wie ein Lauffeuer über die ganze Insel aus. Man konnte sich dann entscheiden, ob man sich irgendwo in Sicherheit brachte oder ob man den Feind gemeinsam bekämpfte.

Nach der Ausgrabungsstätte fuhren wir weiter zu einem großen Bauernhof, wo menorquinischer Käse hergestellt wurde, und zwar die Marke "Subaida". Laut unserem Guide gehörte praktisch das gesamte Agrarland auf Menorca einigen wenigen Großgrundbesitzern, die es an Bauern verpachtet hatten. Einzige Ausnahme sollte das Gelände des Bauern sein, auf dem wir uns gerade befanden. An sich gab es nicht viel zu sehen. Von einer alten, nicht mehr genutzten Tenne aus hatten wir einen guten Blick über die Ländereien. Das zentrale Gebäude war ein herrschaftliches Wohnhaus im englischen Kolonialstil, das aber nicht besichtigt werden durfte, weil es immer noch privat genutzt wurde. In einem weiteren Gebäude wurde der Käse in Handarbeit hergestellt. Wir stellten uns in einem Halbkreis vor einem Fenster auf, und innen knetete und klopfte ein Mitarbeiter einen Käseballen in Leinentüchern. Mehr bekamen wir von der Käseherstellung leider nicht zu sehen. Der wichtigste Teil des Besuchs folgte sofort, nämlich den Käse zu probieren und möglichst auch zu kaufen. Dazu standen auf eienr Reihe von Tischen Teller mit mehreren Variationen des Käses zum Probieren bereit, alles in kleinen Würfeln. Dazu standen etwas Wasser, Wein, Brot und WUrst bereit. Die Variationen des Käses entstanden durch verschiedene Reifegrade. Mit zunehmendem Alter wurde der Käse immer würziger, aber auch immer teurer. Der Käse war ohne chemische Zusätze und schmeckte sehr gut. Auf uns wurde keinerlei Verkaufsdruck ausgeübt, so wie wir es in der Türkei erlebt hatten. Das war sehr angenehm. Im Nebenraum wurde dann auch das eine oder andere Stück Käse verkauft. Wir nahmen allerdings nichts mit.

Nach dem Bauernhof ging es weiter an die Nordküste nach Fornells. Hier gab es eigentlich auch nichts wahnsinnig Wichtiges zu entdecken. Der Ort zehrte davon, das König Juan Carlos in dem Restaurant "Es pia" am Hafen immer mal wieder die sehr teure Spezialität "Caldereta de Langosta" aß. Man musste für dieses Gericht mit 75 Euro pro Person rechnen. Am Hafen gab es eine ganze Reihe von Restaurants und Bars. Weiter kann man sogar durch eine Fußgängerzone schlendern. Das war es dann aber schon mit dem Ort. Der Hafenw ar trotzdem sehr wichtig. Es handelte sich um einen großen Naturhafen, dessen Zugang zum Meer früher durch eine lange Eisenkette versperrt war. Die Verankerungspunkte am Ufer konnte man noch sehen. Von diesem Hafen aus starteten die meisten Ausflüge auf Menorca, die mit dem Segelboot oder Katamaran durchgeführt wurden. AM Hafeneingang fand man auch noch die spärlichen Überreste eienr Festung, allerdings war das nur sehr wenig imposant. Der Hauptgrund, warum wir hier waren, war das Mittagessen. Beim Vergleichen der verschiedenen Speisenkarten fiel auf, dass die preise in diesem Örtchen deutlich zu teuer waren, sogar teurer als in unserer Feriensiedlung, im Durchschnitt um ca. 25 Prozent teurer. Ich konnte beim Vorbeigehen an den Restaurants nicht erkennen, dass auf den Tellern irgendetwas Außergewöhnliches landete, was den Mehrpreis gerechtfertigt hätte. Viel Zeit für genauere Analysen blieb nicht. Wir suchten uns ein Restaurant aus und aßen.

Etwas später machten wir noch einen kleinen Spaziergang auf der Hafenmole. Ich setzte mich auf eine Steinbank und schaute mir das sehr saubere Wasser an. Es waren nur klitzekleine Wellen zu sehen, die auch nur deswegen erkennbar waren, weil sie kleine Lichtreflexe zurückschickten. Meine Augen änderten ihren Fokus und sahen keine Wellen mehr, nur noch eine dunkle Fläche mit vielen kleinen Lichtreflexen wie funkelnde Sterne. Das Meer funkelte mich an! Sekundenlang versank ich in diesem Anblick. Ich hätte hier noch lange sitzenbleiben können, aber die Familie war schon weitergegangen und ich musste hinterher.

Wir trafen uns alle wieder am Bus. Ein Teilnehmer war noch mal zurück zur Stadt gegangen, weil er eine Apotheke suchte. Ich plauderte mit unserem Guide ein wenig über Hektik, aber auch über sein Haus, ein Bauernhaus, das er restaurierte.

Monte de Torro Statue

Wir fuhren weiter. Ganz in der Nähe befand sich der höchste Berg von Menorca, der Monte Toro. Er war immerhin 357 m hoch. Da das umliegende Gelände kaum höher als der Meeresspiegel war, hatte man trotzdem einen schönen Rundumblick. Der höchste Punkt zu sein, hatte aber in unserer modernen Welt den Nachteil, dass dieser Punkt mit allerlei Antennen-Masten zugepflastert war. Das war besonders schade, weil es direkt daneben auch eine mächtige Christus-Skulptur und vor allem ein ehemaliges Kloster gab. Wir schauten nur flüchtig in die Kapelle, bewunderten den Ausblick und schauten vor allem auch hinab nach Fornells, wo wir kurz vorher zum Mittagessen waren. Von hier oben konnte man die Form der großen Bucht besonders schön erkennen.

Blick nach Fornells

Unsere letzte Station auf unserer Inselrundfahrt war die zweitgrößte Stadt Menorcas, die ehemalige Hauptstadt Ciutadella. Wir philosophierten im Bus darüber, wie relativ der Begriff "große Stadt" war. München würde schätzungsweise den gesamten Platz von Menorca verbrauchen und hätte mit 1,2 Mio Bewohnern unverhältnismäßig mehr Einwohner als Menorca mit 90.000. Gar kein Vergleich war das aber mit den größten Städten der Welt:

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10 größten Städte der Welt
Stadt Einwohner
Tokio - Yokohama 37,5 Mio
Mexico Stadt 15 - 25 Mio
New York 15 - 25 Mio
Sudogwon (Seoul) 15 - 30 Mio
Mumbai (Bombay) 15 - 20 Mio
São Paulo 15 - 25 Mio
Manila 10 - 20 Mio
Jabotabek (Jakarta) 15 - 25 Mio
Delhi 15 - 20 Mio
Los Angeles 10 -20 Mio
Stadt Einwohner

In Ciutadella gingen wir gemeinsam die Hauptstraße "Cami de Maó" entlang in die Altstadt. Das begann beim "Placa de ses Palmares", auf dem 8 Palmen standen. Früher stand hier noch das Stadttor, als es noch eine Stadtmauer gab. Auf der anderen Straßenseite stand eine alte Windmühle, die jetzt eine schummerige Bar/Café beherbergte. Es sah darin ausgesprochen urig aus. Die Wände waren dicke Steinmauern und die Decken wurden durch Kreuzgewölbe gestützt. Später auf dem Rückweg zum Bus waren wir nur zufällig in die Bar hineingeraten, weil Heiko klebrige Finger waschen wollte. ihm war kurz vorher sein Eis am Stiel bei der Wärme von ca. 28 Grad buchstäblich zwischen den Fingern geschmolzen. Oft wirkten Kneipen, die von außen sehr dunkel waren, etwas zwielichtig. War man erst mal drinnen, gewöhnten sich die Augen sehr schnell an das Licht, und das Innere erwies sich dann im höchsten Maße als angenehm: kein grelles Licht, angenehme Kühle, nettes Ambiente.

Wer ein paar Minuten Zeit hatte, sollte unbedingt einen Espresso oder ein Bier in der Mühle trinken.

Auf dem Weg durch die Altstadt kamen wir an der Kathedrale vorbei, die Ende des 13. Jahrhunderts auf den Grundmauern der maurischen Moschee erreichtet worden ist. Unser Guide erklärte uns, dass genau unter dem Pflaster, wo wir gerade standen, Skelette in Embryo-Haltung gefunden worden sind, die in Richtung Osten ausgerichtet waren. Man ging deswegen davon aus, dass sich unter dem Pflaaster ein islamischer Fiedhof befand.

in der Altstadt gab es auch einige alte Stadtpaläste, die noch immer von den entsprechenden Familien genutzt wurden.

Wenn man auf dem Rathausplatz, dem "Placa des Born" beim großen Obelisken stand, der an die bei einem großen Piratenüberfall im Jahr 1558 getöteten Menorquiner erinnerte, zurück in Richtung Kathedrale schaute, fiel der Blick auf die prächtigen Adelspaläste. Für mich sahen diePaläste mit ihren sandfarbenen Fassaden renovierungsbedürftig aus. Leider konnte man gar nicht viel von außen sehen. Ich gin davon aus, dasss es im Palast wunderschöne Innenhöfe und Säle mit teuren exotischen Möbeln gab.

Uns rannte die Zeit wieder davon. Zwei Stunden waren zum Erkunden einer einstigen Hauptstadt natürlich viel zu wenig. Unseren Kindern war es aber ganz recht, dass sie nicht länger in der Hitze herumrennen mussten.

Nach dem Abendessen im Hotel habe ich versucht, dem Rest der Famile die Grundlagen des Kartenspiels "Skat" beizubringen, aber das würde noch ein langer Weg werden.

Arrow right nächster Tag

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Revision 12009.11.17 - SvenSevke

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Wie geplant sind wir um 7:30 Uhr beim Frühstück. Die Türen sind schon offen, das Buffet ist aber noch nicht vollständig, vor allem fehlen Brot und Eier. Natürlich war das nur eine Frage der Zeit, denn offiziell war das Buffet erst ab 8:00 Uhr verfügbar. Wir begannen also mit dem, ws schon da war. Als die Eier kamen, freute sich Heiko wie ein Schneekönig, dass er das erste Ei des Tages bekam. Bei dieser Gelegenheit stellten wir fest, dass die Eier sehr wohl heiß waren, aber dann mangels Abdeckung schnell abkühlten. Es standen auch genau 17 Eierbecher zur Verfügung. Vielleicht sah man die nur als notwendig an.solange die Eier heiß waren, weil man sich dann die Finger an den Eiern verbrennen konnte.

Pünktlich um 8:05 Uhr waren wir an der Straße und, man konnte es kaum glauben, zwei Minuten später war der Bus da. Wir wurden freundlich von einem sympathischen älteren Herrn mit österreisch gefärbter Aussprache begrüßt. Wir waren die ersten Gäste und setzten uns natürlich ganz vorne hin, weil wir von dort einen guten Blick nach vorne aus dem Bus heraus hatten. Den Kindern war das egal. Sie verzogen sich mit ihren Nintendo DS auf die hinterste Bank. Die Geräte würden sowieso nur etwa 1 Stunde ohne Stromanschluss durchhalten.

Der Bus klapperte noch ein paar andere Hotels ab, aber mehr als 10 bis 15 Leute wurden es nicht.

Cala Galdana

Unser erster Halt war ein Aussichtspunkt, von wo aus man auf den Ort Cala Galdana hinuntersehen konnte. Beeindruckend war die Strandbucht mit den herrlichen Farben des Wassers. Ein paar weiße Segelboote dümpelten vor sich hin und vervollständigten das idyllische Bild. Verschandelt wurde die Küste nur von einem großen hässlichen Hotel (das ist nicht auf dem Foto). Von hier oben sah man auch auf größere Pinienwälder. Immer wieder standen am Straßenrand und auf Privat-Grundstücken wilde Olivenbäume.

Olivenbaum

Uns wurde erklärt, dass die Bäume nur wenige und sehr kleine Oliven hergaben. Wichtiger war aber das Holz, das für Garageneinfahrt-Gatter verwendet wurde. Das Olivenholz war sehr hart und überstand das feuchte salzhaltige Klima unbehandelt bis zu 100 Jahre.

Torralba Hinweisschild

Wir fuhren weiter nach Torralba. Das ist eine der größten prähistorischen Ausgrabungsstätten von Menorca. Für Liebhaber alter Steine war das ein Fest. Ein Rundgang führte durch die Anlage.

Hier Auszug aus Merkblatt einfügen

Das Ausgrabungsgebiet Torralba

Andrea in Torralba

Den Kindern gefiel natürlich vor allem alles, was nach Höhle aussah. Die Hitze machte Heiko Probleme. Er klagte über Bauchschmerzen. Eindrucksvoll war die Taula, eine Art Mini-Stonehenge mit einem senkrecht stehenden rechteckigen Stein, auf dem quer ein großer Steinquader lag, um auf diese Weise ein großes "T" zu bilden. Darum herum gruppierten sich in einem Kreis 12 senkrechte Säulensteine. Es gab verschiedene Theorien über die Nutzung dieser Anlagen. Möglicherweise handelte es sich um Kultstätten oder vielleicht auch um eine Art Zeitmesser. Andere Theorien gingen von einemprimitiven Observatorium aus. Sowohl in dieser Anlage wie auch an vielen anderen Orten auf Menorca sah man manchmal kleine landschaftliche Erhöhungen mit Mauerresten. Dabei handelte es sich um ein altes System von Wachtürmen. Wenn nun von einem Turm aus beobachtet wurde, wie Piraten an Land kamen, wurde ein Feuer angezündet. Das hat man dann von den nächsten Talaiotos aus gesehen und ebenfalls ein Feuer angezündet. So breitete sich die Nachricht im wahrsten Sinne des Wortes wie ein Lauffeuer über die ganze Insel aus. Man konnte sich dann entscheiden, ob man sich irgendwo in Sicherheit brachte oder ob man den Feind gemeinsam bekämpfte.

Nach der Ausgrabungsstätte fuhren wir weiter zu einem großen Bauernhof, wo menorquinischer Käse hergestellt wurde, und zwar die Marke "Subaida". Laut unserem Guide gehörte praktisch das gesamte Agrarland auf Menorca einigen wenigen Großgrundbesitzern, die es an Bauern verpachtet hatten. Einzige Ausnahme sollte das Gelände des Bauern sein, auf dem wir uns gerade befanden. An sich gab es nicht viel zu sehen. Von einer alten, nicht mehr genutzten Tenne aus hatten wir einen guten Blick über die Ländereien. Das zentrale Gebäude war ein herrschaftliches Wohnhaus im englischen Kolonialstil, das aber nicht besichtigt werden durfte, weil es immer noch privat genutzt wurde. In einem weiteren Gebäude wurde der Käse in Handarbeit hergestellt. Wir stellten uns in einem Halbkreis vor einem Fenster auf, und innen knetete und klopfte ein Mitarbeiter einen Käseballen in Leinentüchern. Mehr bekamen wir von der Käseherstellung leider nicht zu sehen. Der wichtigste Teil des Besuchs folgte sofort, nämlich den Käse zu probieren und möglichst auch zu kaufen. Dazu standen auf eienr Reihe von Tischen Teller mit mehreren Variationen des Käses zum Probieren bereit, alles in kleinen Würfeln. Dazu standen etwas Wasser, Wein, Brot und WUrst bereit. Die Variationen des Käses entstanden durch verschiedene Reifegrade. Mit zunehmendem Alter wurde der Käse immer würziger, aber auch immer teurer. Der Käse war ohne chemische Zusätze und schmeckte sehr gut. Auf uns wurde keinerlei Verkaufsdruck ausgeübt, so wie wir es in der Türkei erlebt hatten. Das war sehr angenehm. Im Nebenraum wurde dann auch das eine oder andere Stück Käse verkauft. Wir nahmen allerdings nichts mit.

Nach dem Bauernhof ging es weiter an die Nordküste nach Fornells. Hier gab es eigentlich auch nichts wahnsinnig Wichtiges zu entdecken. Der Ort zehrte davon, das König Juan Carlos in dem Restaurant "Es pia" am Hafen immer mal wieder die sehr teure Spezialität "Caldereta de Langosta" aß. Man musste für dieses Gericht mit 75 Euro pro Person rechnen. Am Hafen gab es eine ganze Reihe von Restaurants und Bars. Weiter kann man sogar durch eine Fußgängerzone schlendern. Das war es dann aber schon mit dem Ort. Der Hafenw ar trotzdem sehr wichtig. Es handelte sich um einen großen Naturhafen, dessen Zugang zum Meer früher durch eine lange Eisenkette versperrt war. Die Verankerungspunkte am Ufer konnte man noch sehen. Von diesem Hafen aus starteten die meisten Ausflüge auf Menorca, die mit dem Segelboot oder Katamaran durchgeführt wurden. AM Hafeneingang fand man auch noch die spärlichen Überreste eienr Festung, allerdings war das nur sehr wenig imposant. Der Hauptgrund, warum wir hier waren, war das Mittagessen. Beim Vergleichen der verschiedenen Speisenkarten fiel auf, dass die preise in diesem Örtchen deutlich zu teuer waren, sogar teurer als in unserer Feriensiedlung, im Durchschnitt um ca. 25 Prozent teurer. Ich konnte beim Vorbeigehen an den Restaurants nicht erkennen, dass auf den Tellern irgendetwas Außergewöhnliches landete, was den Mehrpreis gerechtfertigt hätte. Viel Zeit für genauere Analysen blieb nicht. Wir suchten uns ein Restaurant aus und aßen.

Etwas später machten wir noch einen kleinen Spaziergang auf der Hafenmole. Ich setzte mich auf eine Steinbank und schaute mir das sehr saubere Wasser an. Es waren nur klitzekleine Wellen zu sehen, die auch nur deswegen erkennbar waren, weil sie kleine Lichtreflexe zurückschickten. Meine Augen änderten ihren Fokus und sahen keine Wellen mehr, nur noch eine dunkle Fläche mit vielen kleinen Lichtreflexen wie funkelnde Sterne. Das Meer funkelte mich an! Sekundenlang versank ich in diesem Anblick. Ich hätte hier noch lange sitzenbleiben können, aber die Familie war schon weitergegangen und ich musste hinterher.

Wir trafen uns alle wieder am Bus. Ein Teilnehmer war noch mal zurück zur Stadt gegangen, weil er eine Apotheke suchte. Ich plauderte mit unserem Guide ein wenig über Hektik, aber auch über sein Haus, ein Bauernhaus, das er restaurierte.

Monte de Torro Statue

Wir fuhren weiter. Ganz in der Nähe befand sich der höchste Berg von Menorca, der Monte Toro. Er war immerhin 357 m hoch. Da das umliegende Gelände kaum höher als der Meeresspiegel war, hatte man trotzdem einen schönen Rundumblick. Der höchste Punkt zu sein, hatte aber in unserer modernen Welt den Nachteil, dass dieser Punkt mit allerlei Antennen-Masten zugepflastert war. Das war besonders schade, weil es direkt daneben auch eine mächtige Christus-Skulptur und vor allem ein ehemaliges Kloster gab. Wir schauten nur flüchtig in die Kapelle, bewunderten den Ausblick und schauten vor allem auch hinab nach Fornells, wo wir kurz vorher zum Mittagessen waren. Von hier oben konnte man die Form der großen Bucht besonders schön erkennen.

Blick nach Fornells

Unsere letzte Station auf unserer Inselrundfahrt war die zweitgrößte Stadt Menorcas, die ehemalige Hauptstadt Ciutadella. Wir philosophierten im Bus darüber, wie relativ der Begriff "große Stadt" war. München würde schätzungsweise den gesamten Platz von Menorca verbrauchen und hätte mit 1,2 Mio Bewohnern unverhältnismäßig mehr Einwohner als Menorca mit 90.000. Gar kein Vergleich war das aber mit den größten Städten der Welt:

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10 größten Städte der Welt
Stadt Einwohner
Tokio - Yokohama 37,5 Mio
Mexico Stadt 15 - 25 Mio
New York 15 - 25 Mio
Sudogwon (Seoul) 15 - 30 Mio
Mumbai (Bombay) 15 - 20 Mio
São Paulo 15 - 25 Mio
Manila 10 - 20 Mio
Jabotabek (Jakarta) 15 - 25 Mio
Delhi 15 - 20 Mio
Los Angeles 10 -20 Mio
Stadt Einwohner

In Ciutadella gingen wir gemeinsam die Hauptstraße "Cami de Maó" entlang in die Altstadt. Das begann beim "Placa de ses Palmares", auf dem 8 Palmen standen. Früher stand hier noch das Stadttor, als es noch eine Stadtmauer gab. Auf der anderen Straßenseite stand eine alte Windmühle, die jetzt eine schummerige Bar/Café beherbergte. Es sah darin ausgesprochen urig aus. Die Wände waren dicke Steinmauern und die Decken wurden durch Kreuzgewölbe gestützt. Später auf dem Rückweg zum Bus waren wir nur zufällig in die Bar hineingeraten, weil Heiko klebrige Finger waschen wollte. ihm war kurz vorher sein Eis am Stiel bei der Wärme von ca. 28 Grad buchstäblich zwischen den Fingern geschmolzen. Oft wirkten Kneipen, die von außen sehr dunkel waren, etwas zwielichtig. War man erst mal drinnen, gewöhnten sich die Augen sehr schnell an das Licht, und das Innere erwies sich dann im höchsten Maße als angenehm: kein grelles Licht, angenehme Kühle, nettes Ambiente.

Wer ein paar Minuten Zeit hatte, sollte unbedingt einen Espresso oder ein Bier in der Mühle trinken.

Auf dem Weg durch die Altstadt kamen wir an der Kathedrale vorbei, die Ende des 13. Jahrhunderts auf den Grundmauern der maurischen Moschee erreichtet worden ist. Unser Guide erklärte uns, dass genau unter dem Pflaster, wo wir gerade standen, Skelette in Embryo-Haltung gefunden worden sind, die in Richtung Osten ausgerichtet waren. Man ging deswegen davon aus, dass sich unter dem Pflaaster ein islamischer Fiedhof befand.

in der Altstadt gab es auch einige alte Stadtpaläste, die noch immer von den entsprechenden Familien genutzt wurden.

Wenn man auf dem Rathausplatz, dem "Placa des Born" beim großen Obelisken stand, der an die bei einem großen Piratenüberfall im Jahr 1558 getöteten Menorquiner erinnerte, zurück in Richtung Kathedrale schaute, fiel der Blick auf die prächtigen Adelspaläste. Für mich sahen diePaläste mit ihren sandfarbenen Fassaden renovierungsbedürftig aus. Leider konnte man gar nicht viel von außen sehen. Ich gin davon aus, dasss es im Palast wunderschöne Innenhöfe und Säle mit teuren exotischen Möbeln gab.

Uns rannte die Zeit wieder davon. Zwei Stunden waren zum Erkunden einer einstigen Hauptstadt natürlich viel zu wenig. Unseren Kindern war es aber ganz recht, dass sie nicht länger in der Hitze herumrennen mussten.

Nach dem Abendessen im Hotel habe ich versucht, dem Rest der Famile die Grundlagen des Kartenspiels "Skat" beizubringen, aber das würde noch ein langer Weg werden.

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