Difference: 2009-06-07 (2 vs. 3)

Revision 32009.11.27 - SvenSevke

 %META:TOPICPARENT{name="2009-06"}% "3:15 Uhr. Martinas Handy meint es zu gut mit uns. Aber vor 3:30 Uhr steht eh keiner auf. Draußen ist es ganz ruhig. Es geht kein Wind und es ist angenehm warm."

Gerade schrieb ich noch, dass es windstill war, schon konnten wir ein Rauschen in den Palmwipfeln hören, das sich aus Richtung Meer näherte. Doch, wir hatten etwas Wind. Aber das konnte nur gut sein. Das würde die Luft bewegen und dafür sorgen, dass es nicht zu stickig werden würde.

An der Hotel-Rezeption erhielten wir die Abrechnung über unsere Getränke, die in der Halbpension nicht enthalten waren. Wir bezahlten und gingen dann in das Restaurant für ein reduziertes Frühstück. Das kannten wir ja bereits von unserem Tagesausflug. Beim Frühstück fiel Andrea auf, dass gleich am 1. Tag über 13 Euro auf die Pool-Bar gebucht worden waren. Obwohl die Pool-Bar nicht schlecht gewesen war, hatten wir dort nie etwas gegessen oder getrunken. Wir gingen also wieder zur Rezeption und klärten das. Die dazu gehörigen Belege wiesen eine andere Unterschrift als unsere auf. Deswegen war sofort klar, dass die Belege nicht von uns utnerschrieben worden waren. Die Rezeption bewahrte in einem Ordner alle Aufenthaltsnachweise inklusive Unterschrift auf. Ein Vergleich zeigte, dass es sich bei der Unterschrift auf dem fraglichen Beleg nicht um unsere handelte. Schnell war die Unterschrift gefunden, die zu unserem falschen Beleg passte. Zimmer Nummer 164, was eigentlich nicht mit unserer 320 verwechselt werden konnte. Die Gäste würden noch eine Woche länger im Hotel sein, der Rezeptionist war zufrieden und wir auch, als wir unser Geld zurückerhielten.

Als wir mit dem Bus vom Hotel losfuhren, blitzte es am Himmel. Wir schluckten ... gut, dass wir abreisten, ein Gewitter in unserer kurzen Urlaubswoche hätte uns sicher nicht besonders gefallen. Etwas später stellte sich heraus, dass es sich nur um die Signale unseres Leuchtturms handelte. Der Lichtkegel reichte wirklich sehr weit. Kurz hinter Ciutadella erlebten wir aber einige Zeit später am nördlichen Himmel doch helle gezackte Blitze. Einen Donner konnten wir nicht wahrnehmen, das Gewitter schien also recht weit weg zu sein. Im Osten machte sich das Morgenrot bemerkbar, dort waren also keine Gewitterwolken. Da wollten wir hin ... es bestand also eine gute Chance, nicht in das Gewitter zu geraten.

So war es dann auch. Auf der halben Strecke bekam der Bus trotzdem ein paar Regentropfen ab, zu wenig, als dass der Busfahrer die Scheibenwischer dafür benutzen musste.

Die Busfahrt zog sich langweilig dahin, wir dösten vor uns hin.

Sonnenaufgang am Flughafen

Am Flughafen konnten wir beim Aussteigen einen grandiosen Sonnenaufgang beobachten. Ich machte schnell ein paar Fotos, aber die Familie drängte bereits an den Abflugschalter. Nur Heiko wartete an der Eingangstür auf mich, er wollte mich nicht alleine auf Menorca zurücklassen.

Drinnen erwartete uns die große Abflughalle mit den vielen Check-In Schaltern gleich gegenüber. Für unseren Flug wurden allerdings nur zwei Schalter aufgemacht, wo sich schnell lange Schlangen bildeten. Etwas unübersichtlich wurde es, als die Leute in der rechten Schlage begannen, in die linke hineinzudrängen. Es entstand etwas Unruhe. Die Ursache wurde nach kurzem Disput sofort klar: am rechten Schalter war der Drucker nicht mehr funktionsfähig, man munkelte von fehlender Tinte. Anstatt einen anderen Schalter zu öffnen und die Menschen dorthin umzuleiten, blieb der Mitarbeiter einfach ganz ruhig an seinem Platz und wartete auf Unterstützung. Die Leute in der betroffenen Warteschlange versuchten nun, sich in die andere Schlange einzureihen, allerdings nicht am Ende, sondern an der Position, wo sie gerade waren. Dadurch entstand eine Drängelei, und einige der Passagiere äußerten vorsichtig ihren Unmut. Nach vielleicht 10 Minuten kam dann ein Techniker und behob das Problem in Sekunden. Vielleicht war ja nur der Netzstecker nicht eingesteckt gewesen. Die Leute, die vorher in der rechten Warteschlange gestanden waren, sortierten sich zum größten Teil wieder in ihre Schlange und der Abfertigungsablauf ging nun reibungslos weiter.

Beim Warten auf das Boarding hatten wir einen guten Blick auf das Rollfeld und konnten auch bald eine Alltours-Maschine beobachten, die an "unserem Finger" andockte. Nur ... für ein pünktliches Boarding konnte die Zeit niemals mehr ausreichen. Das war nicht weiter schlimm. Wir beobachteten, was sich draußen so alles tat und spekulierten auch, ob das überhaupt unsere Maschine wäre. Insgesamt war der Ablauf zügig. Die Passagiere stiegen aus, der Tankwagen fuhr zum Flugzeug, die Koffer wurden ausgeladen, zwei Vans mit Service-Personal fuhren zum hinteren Ausgang der Boeing, und ein Crew-Mitglied inspizierte von außen die Maschine.

Etwa 20 bis 30 Minuten später als geplant konnten wir an Board, grabschten uns einen "Stern" und einen "Fokus" und nahmen Platz. Der Rückflug wurde noch langweiliger als der Hinflug. In diesem Flugzeug gab es noch nicht einmal Bildschirme mit Flug-Infos oder Werbefilmchen. Mein Neben-Passagier berichtete später, dass die Tür zur Toilette defekt war, und er sein Geschäft nur von einem Vorhang geschützt, abwickeln musste. In dem Teil des Flugzeug arbeitete auch die Crew und bekam so alle "Geschäfte" ihrer Passagiere mit. Das nenne ich mal eine angenehme Arbeitsumgebung. Wie auf dem Hinflug gab es auch diesmal ein kaltes Sandwich und etwas zu trinken. Kopfhörer konnte man nicht kaufen. Wozu auch? Es gab ja keine Bildschirme oder Musik an Bord. Der zollfreie Einkauf wurde pflichtbewusst in aller gebotenen Eile abgewickelt, und schon stießen wir durch die Wolken und landeten nach nur 1:30 Stunden Flugzeit in München. Das Wetter war recht frisch, aber immerhin heiter.

Die Kofferausgabe in München zog sich eine Weile hin, aber das ist in München meistens so. Auf dem Laufband, auf dem unsere Koffer ausgespuckt werden sollten, kamen nach einigen Minuten auch die Koffer einer anderen Maschine aus Italien heraus. Dementsprechend viele Menschen standen am Band herum, auch solche, die gar keine Koffer vom Band heben wollten, sondern sich das bunte Treiben nur ansehen wollten. Ich konnte das nicht leiden, weil man seinen Quadratmeter gegen andere Leute hart verteidigen musste. Und wenn man einen schweren Koffer vom Band hob, konnte es schon mal passieren, dass man bei der Drehung des Körpers schwungvoll ein Kind aus den Latschen haute. Deswegen setzte ich mich auf eine Bank und ließ die Kinder machen, die sowieso schon die ganze Zeit am Laufband herumrannten. Für sie war das alles ziemlich spannend. Sie holten ihre eigenen Koffer vom Band und sagten mir Bescheid, als einer unserer Koffer an ihnen vorbei entschwand. Natürlich konnten sie die großen Koffer nicht selber vom Band heben. Bei der nächsten Runde des Laufbands war ich dann zur Stelle, und so waren unsere Koffer endlich erfolgreich geborgen.

Wir machten uns also auf die ganz und gar nicht kurzen Wege im Münchener Flughafen, vorbei am Ausgang zu unserem Parkhaus P5 (seufz) bis zum Zentralbereich, denn dort befand sich die Parkleitzentrale. Hier mussten wir uns melden, um ein spezielles Ticket zu bekommen, mit dessen Hilfe wir dann unsere Parkzeit am Parkautomaten verbilligt als Dauerparker abrechenen konnten. Leider stellten wir bei der Gelegenheit fest, dass keiner von uns mehr den Notizzettel mit der Parkplatznummer finden konnte. Gleich neben der Parkleitzentrale gab es eine gemütliche Ledersitzecke. Dort ließen wir uns nieder und beratschlagten, wo der Zettel sein konnte. Wir durchsuchten Jacken, Hosen und unsere Flugunterlagen, gaben dann aber auf. Ich nahm mir vor, es im Parkhaus mal mit lautem Pfeifen zu versuchen. Vielleicht würde unser Auto ja antworten. ;)

Etwas enttäuscht über den fehlenden Zettel machten wir uns auf den Weg zu P5, also den halben Weg wieder zurück, den wir gerade gekommen waren, wir hatten das Hinweisschild zum Parkhaus ja bereits auf dem Weg zur Parkleitzentrale gesehen. Ein Lob auf die Koffer und die Trollies mit Rädern. Sie ließen sich trotz teilweise hohem Gewichts sehr leicht ziehen und stellten keinerlei Belastung dar. Die automatischen Laufbänder im Flughafen waren natürlich auch ganz praktisch, brachten uns aber keinen weiteren Zugewinn an Bequemlichkeit. Das war bei Passagieren, die ihr Gepäck selber tragen mussten, sicher anders.

Wir entschlossen uns, erst den Wagen zu suchen, dann die Koffer einzuladen und erst danach das Ticket zu bezahlen. Da wir nicht wussten, wie lange unsere Suche dauern würde, erschien es nicht zweckmäßig, erst zu bezahlen und dann zu suchen. Wer wusste denn schon, ob das Zeitfenster zwischen Bezahlen und Ausfahrt-Genehmigunglang groß genug war. Nicht, dass wir am Ende die Schranke noch mit dem Auto durchbrechen mussten. Den Kindern machte die Sucherei Spaß. Auf meinen Pfiff reagierte das Auto leider nicht. Wir fanden es trotzdem schnell.

Während ich das Gepäck einlud, gingen die anderen zum Ticket-Automaten und bezahlten. Unser Aufenthalt kostete etwas über 80 Euro für die Woche Parkzeit direkt am Flughafen. Nicht die schlechteste Option, fand ich.

Die Rückfahrt mit dem Auto machten wir gut gelaunt, und ein Abstecher nach Markt Schwaben zu unserer bevorzugten Eisdiele am Marktplatz war auch noch drin. Überrascht stellten wir fest, dass dort die gesamte Innenstadt für einen großen Markt gesperrt war. Überall standen Buden mit allen möglichen mehr oder weniger nützlichem Zeug herum.

Jetzt, da wir schon mal da waren, schclenderten wir auch noch über den Markt. Die Kinder waren aufgedreht und zeigten uns bei jeder zweiten Bude interessante Sachen, natürlich mit dem Hintergedanken, dass wir ihnen das kauften. Wir nahmen uns aber fest vor, uns nicht verführen zu lassen und widerstanden auch erfolgreich den Versuchungen. Zu groß erschien uns das Risiko, dass sich vermeintliche Schnäppchen hinterher als Schrott oder als überteuert heraustellen konnten. So erfahren mit solchen Märkten waren wir nicht.

Markt Schwaben ist jedes Jahr Theaterbühne für die sehr zu empfehlenden Weiherspiele. Für Juli hatten wir bereits sehr gute Sitzplätze reserviert.

Auf dem Weg zum Auto schauten wir deswegen auch noch kurz am Weiher vorbei. Die Kulissen waren schon gut zu erkennen. Sie sahen sehr hochwertig aus. Wir freuten uns auf die Spiele.

Aber nun ging es zum Auto und dann nach Hause.

%META:FILEATTACHMENT{name="Sonnenaufgang.jpg" attachment="Sonnenaufgang.jpg" attr="" comment="Sonnenaufgang am Flughafen" date="1258983453" path="Sonnenaufgang.jpg" size="129449" stream="Sonnenaufgang.jpg" user="Main.SvenSevke" version="1"}%

 
This site is powered by the TWiki collaboration platformCopyright © 2008-2020 by the contributing authors. All material on this collaboration platform is the property of the contributing authors.
Ideas, requests, problems regarding TWiki? Send feedback