Difference: Teneriffa (6 vs. 7)

Revision 72010.04.11 - SvenSevke

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Teneriffa

Auf einen ersten Blick

Teneriffa, die mit 2057 km2 größte und wichtigste der Kanarischen Inseln, liegt im Atlantischen Ozean vor der Westküste Afrikas. Sie ist eine Insel der Kontrastemit quirligen Touristenzentren und abgelegenenen Dörfern, Sonnen durchfluteten Badestränden und Schnee bedeckten Bergen. Das herausragende Merkmal der Insel ist der Pico de Teide. Mit einer Höhe von 3.718 Metern ist der Berg fast 1.000 Meter höher als die Zugspitze. Teneriffa ist besonders bei den Deutschen und Briten zu jeder Jahreszeit als Urlaubsziel beliebt.

Sehenswürdigkeiten auf der Insel

Parque Nacional del Teide
Dieser vom schlafenden Vulkan El Teide dominierte Nationalpark lockt jährlich mehr als drei Millionen Besucher an. Eine weitere herausragende Attraktion ist ein riesiger Krater, der Überrest eines noch viel älteren Vulkans an dieser Stelle. Geologisch gesehen gilt der Teide als schlafend, aber die Ruhe ist beileibe nicht permanent, wie der allzeit wahrnehmbare Schwefelgeruch schon andeutet. Im Jahre 1492 war Christoph Kolumbus bei seiner ersten Fahrt zur Neuen Welt Zeuge eines Ausbruchs des Teide. Die letzte Eruption auf Teneriffa wurde 1909 registriert, als sich der Vulkan Chinyero "zu Wort meldete".

Das Informationszentrum am Eingang des Parks nahe El Portillo ist täglich geöffnet und allemal einen Besuch wert. Solange die Windverhältnisse es zulassen, kann man die größte Strecke zum Gipfel mit einer Seilbahn zurücklegen. Nur die letzten 170 m Aufstieg sind zu Fuß zu bewältigen. Warme Kleidung ist besonders im Winter empfehlenswert, da der Gipfel dann unter einer Schneedecke liegt. An klaren Tagen bietet sich dem "Gipfelstürmer" eine traumhafte Aussicht auf Teneriffa. Der Park ist von allen Teilen der Insel aus bequem mit dem Auto oder Bus zu erreichen.

Puerto de la Cruz & Orotava-Tal
Puerto de la Cruz ist ein wichtiger Touristenort, der sich trotz vieler Veränderungen seinen eigenen Charme erhalten hat. Besonders die Promenade hat ihre Reize, andere Sehenswürdigkeiten sind der Lago Martiánez, die Kapelle San Telmo, zahlreiche weitere Plätze und Kirchen sowie die Casa de la Real Aduana am Hafen (das älteste Gebäude der Stadt). Etwas weiter südlich des bekannten Urlaubsgebietes befindet sich das Tal von Orotava, welches Humboldt, der bekannte Naturkundler, als das "Tal mit der schönsten Aussicht" bezeichnete. Allerdings ist es auf Grund seiner gigantischen Ausmaße (ca. 10 x 11 km) eher ein Plateau, das langsam ansteigt. Die Stadt La Orotava nimmt das Zentrum des Tals ein und ist bekannt für ihre prächtigen Gärten und Straßen, die von Geißblatt- und Rosenbüschen eingerahmt sind. Die oft als schönste Stadt Teneriffs bezeichnete Ortschaft ist ein herausragendes Beispiel für die Architektur des spanischen Kolonialismus. Hier steht auch die Kirche Iglesia de Nuestra Senora de la Concepción, ein bemerkenswertes Stück barocker Architektur und reich an Kunstschätzen. La Orotava ist mit Sicherheit eine der interessantesten Städte auf den Kanarischen Inseln. in einem der Häuser aus dem Jahre 1630 (Casas de los Balcones) können Beispiele der komplizierten Holzarbeiten bewundert werden, die so charakteristisch für die kanarischen Balkone sind. Im inneren des Hauses werden Handarbeiten und Stickereien zum Kauf angeboten.

Der 1788 angelegte und heute im Staatsbesitz befindliche Botanische Garten ist in Puerto de la Cruz zu finden. Er bietet eine Sammlung an Pflanzen und Bäumen, die aus der ganzen Welt zusammengetragen wurden. Nordöstlich, unterhalb des Casinos von Puerto de la Cruz blühen im neuen Orchideengarten auf dem Gelände von Sitio Litre, einem Herrenhaus aus dem Jahre 1730, die schönsten Blumen. Hier haben schon William Wilde (der Vater von Oscar Wilde) sowie Agatha Christie gewohnt.

San Cristóbal de La Laguna
Die ehemalige Inselhauptstadt ist nicht weit von der heutigen Metropole Santa Cruz entfernt. Zahlreiche prächtige Bürgerhäuser und Adelspaläste demonstrieren eindrucksvoll den spanischen Kolonialstil des 16. und 17. Jahrhunderts. La Laguna gilt als eine der schönsten Städte der Kanaren und die "spanischte" überhaupt - mit ihrer Universität, der ersten Kirche der Insel, ihrer Kathedrale und vielen anderen Sehenswürdigkeiten, die sich alle im Zentrum der heute zweitgrößten Stadt Teneriffas befinden. Seit Dezember 1999 zählt sie zum "Kulturerbe der Menschheit".

In der Nähe liegen das Gebirge Las Montanas de Anaga. Vom Mirador pico de Ingles, wenige Kilometer nordöstlich von La Laguna, hat man einen Traumblick auf die gebirgige Landschaft im Norden Teneriffas. Hier findet man zudem einsame Gegenden, beschauliche Fischerdörfer mit kleinen Stränden und typisch kanarische Restaurants, die noch ausschließlich auf die lokale Küche setzen. Zum Abschluss lohnt sich ein Abstecher nach San Andrés an der Südküste, um an der Playa de las Teresitas einen Sprung ins Wasser zu wagen.

Sehenswürdigkeiten in Santa Cruz

Die Hauptstadt von Teneriffa wurde im 15. Jahrhundert von Alonso Fernández de Lugo gegründet und ist heute eine freundliche Stadt mit ca. 300.000 Einwohnern. Als wichtiger Hafen und Verwaltungszentrum der Region liegt Santa Cruz de Tenerife in einer geschützten Bucht am Fuße des Anaga-Gebirges. Die Stadt unterscheidet sich von den bekannten Touristengebieten der Insel und verfügt über eine lange und interessante Geschichte.

Im Mittelpunkt der Stadt liegt die Plaza de Espana, Zentrum des Stadtlebens.Das hiesige Denkmal Monumento de los Caidos im Zentrum des Platzes erinnert an die Toten des Spanischen Bürgerkriegs (1936 - 1939). Gleich in der Nähe liegt der große Gebäudekomplex des Palacio Insular, in dem sich auch das Staatliche Fremdenverkehrsbüro befindet.

Weniger als 400 Meter von der Plaza des Espana befindet sich das Museo Municipal de Bellas Artes und die Kirche Iglesia de San Francisco, die im 18. Jahrhundert zum größten Teil renoviert worden ist. Das Museum der Schönen Künste existiert bereits seit mehr als 100 Jahren und verfügt über eine Kollektion von Werken lokaler Künstler und internationaler Meister wie Brueghel und Jordaens. Außerdem sind hier Schiffsmodelle, Waffen und eine Münzsammlung ausgestellt.

Die Iglesia del Nuestra Senora de la Concepción ist die älteste und bedeutendste Kirche der Stadt. Sie wurde 1502 gebaut, fiel aber schon 1652 einem Brand zum Opfer. Daher wurde sie im 17. und 18. Jahrhundert umfangreich restauriert. Der charakteristische Glockenturm stammt aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Zu den vielen Schätzen im Inneren gehören der Hochaltar und das herrliche Schnitzwerk des Chorgestühls.

Im alten Hospital gegenüber der Kirche befindet sich das Museo de Ciencas Naturales, welches eine archäologische und eine naturwissenschaftliche Abteilung beherbergt. In Ersterer wird eine große Sammlung von Artefakten, wie Mumien, Schädel oder Tongegenstände gezeigt, die aus der Zeit der Ureinwohner (Guanchen) stammen. Außerdem sind Waffen und Rüstungen der spanischen Eroberer des 15. Jahrhunderts zu besichtigen. Der naturwissenschaftliche Teil gibt einen Überblick über die Fauna und Flora des Archipels.

Ein Muss für den an der Geschichte interessierten Besucher ist das +Museo Militar Regional* an der Calle de San Isidro im Norden der Stadt. Zur Ausstellung gehören einige der Kanonen, die zur Verteidigung von Santa Cruz gegen die von Admiral Nelson angeführte Britische Marine im Jahre 1797 dienten.

Weitere Sehenswürdigkeiten sind der Parque Municipal Garcia Sanabria, ein riesiger Stadtpark, sowie der Mercado de Nuestra Senora de Africa, der wichtigste Markt der Stadt.

Essen & Trinken

Viele Restaurants bieten für Touristen Tagesmenüs (Menu del Dia) zum Festpreis an, die in der Regel aus drei Gängen bestehen und den Wein bereits beinhalten.Die richtige kanarische Küche wird in Restaurants serviert, die den Beinamen "Tipico" tragen. Die bekanntesten spanischen Gerichte sind Omeletts 8Tortillas) und Paella - letzteres eine Mischung aus Reis, Fleisch, Fisch, Muscheln und Paprika. Als Vorspiese empfiehlt sich eine Fleisch- und Gemüsesuppe (Rancho Canaria). Seezunge, Sardinen und Thunfisch sind nur einige der Angebote von der Fischkarte. Fleischgerichte sind ebenfalls recht beliebt. Sancocho ist ein Eintopf aus Fleisch, Kartoffeln und Gemüse. Cazuela Canaria hingegen ist ein schmackhafter Fisch-Eintopf.

In allen Regionen SPaniens findet der Besucher eine ausgezeichnete Auswahl an alkoholischen und nicht-alkoholischen Getränken, Teneriffa ist da keine Ausnahme. Die spanischen Biersorten sind ausgesprochen bekömmlich, allerdings auch recht stark im Alkoholgehalt. Auch in Deutschland bestens bekannt: Sangria - erfrischend und gut! Örtliche Weine aus den Gegenden von Icod de los Vinos, Tacoronte und Arafo sind einen Versuch wert - besonders der Moscatel sollte auch probiert werden.

Restaurant-Empfehlungen
Amos: Poeta Tomas Morales 2, elegantes Restaurant mit kanarischer Küche, wunderbarer Blick auf die Stadt und das Meer
La Lateria: Benavides 28, ehemalige Töpferwerkstatt, sehr gute Hausmannskost
La Frasca: 18 de Julio, Kneipe mit hervorragenden Tapas und Weinen
El Coto de Antonio: General Goded 13, exquisite kanarische und baskische Spezialitäten

Shopping

Santa Cruz rühmt sich, die besten Einkaufsmöglichkeiten der Insel zu haben. Die Hauptstraße, eine Fußgängerzone, ist die Calle del Castillo. Andere Einkaufsstraßen sind Calle Bethencourt Alfonso (allgemein als Calle San Jose bekannt), Valentin Sanz (wird auch Calle del Norte genannt) und die Plaza de la Candelaria. Das Einkaufszentrum "El Corte Inglès" befindet sich an der Calle Pilar.

Souvenirs
Als Mitbringsel eignen sich bestickte Tischdecken, Untersetzer und Kleidung, sowie kanarischer Wein, Zigaretten und Zigarren, Vilaflor-Seide, Bananenlikör und Korbwaren.

Öffnungszeiten der Geschäfte
In der Regel Montag bis Freitag von 09:00 bis 13:00 und 16:00 bis 20:00 Uhr, Samstag nur von 09:00 bis 13:00 Uhr. Einige Geschäfte haben längere Öffnungszeiten, wenn sich Kreuzfahrtschiffe im Hafen befinden.

Historischer Rückblick

Heimat der Guanchen
Die Kanarischen Inseln waren den Römern mit Sicherheit bekannt, sie werden in zeitgenössischen Schriften als die "Glücklichen Inseln" beschrieben. Die Ureinwohner waren die Guanchen, welche die Inseln von Nordafrika aus kommend ca. 500 - 800 v.Chr. besiedelten. Es handelte sich um ein weitgehend unabhängiges primitives Volk von Höhlenbewohnern, die mit den menschen aus der Steinzeit verglichen werden.

Die spanischen Eroberer
Während des 15. Jahrhunderts wurden die Kanarischen Inseln einmal mehr zum Ziel der sich ausbreitenden spanischen Kolonisation. Der andalusische Adlige Alonso Fernández de Lugo führte bei der Eroberung von Teneriffa die spanischen Truppen an. Das Volk der Guanchen zeigte zu Anfang starken Widerstand gegen die Angriffe und erzielte bei den Schlachten sogar einige Erfolge. Doch im Jahre 1495 mussten sich die Bewohner Teneriffas angesichts der spanischen Übermacht und überlegenen Feuerkraft geschlagen geben. Das Dorf La Victoria ist etwa 27 km von Santa Cruz entfernt . Es wurde exakt an der Stelle der entscheidenen Schlacht errichtet.

Blake, Jennings, Nelson und Bligh
Von da an bis 1936 gab es nur vier wichtige historische Ereignisse im Zusammenhang mit Teneriffa - und drei davon haben mit Angriffen der Britischen Marine auf die Insel zu tun.

Der erste war im April 1657, als Admiral Blake eine ganze Flotte spanischer Schatzschiffe in der Bucht von Santa Cruz zerstörte. Unglücklicherweise starb der siegreiche Admiral drei Monate später, als sich seine Flotte bei der Rückkehr gerade dem Hafen von Plymouth näherte.

Der zweite Angriff geschah im Jahr 1706 während der spanischen Erbfolgekriege. Admiral Jennings versuchte damals vergeblich, die Inseln zu erobern.

Die dritte historische Schlacht um Santa Cruz focht Admiral Horatio Nelson am 24. Juli 1797 mit einer Flotte von acht Schiffen. Ebenfalls ein recht ruhmloses Unterfangen, zumal Nelson bei dieser Gelegenheit auch noch seinen rechten Arm verlor.

Ein verhältnismäßig glücklicheres Ereignis fand im Januar 1788 statt, als die "Bounty" unter dem Kommano von Kapitän Bligh in den hafen von Santa Cruz einlief. Die "Bounty" war nach dem Auslaufen von England in heftige Stürme geraten und bedurfte nach ihrer Rettung einiger Reparaturen, außerdem musste der Proviant dringend aufgebessert werden. Lebensmittel waren in diesen Tagen knapp, aber 863 Gallonen vorzüglichen Weins fanden ihren Weg in den Schiffsbauch. Solchermaßen wieder aufgefüllt und repariert, setzte die "Bounty" Segel Richtung Tahiti, um Brotbaumfrüchte nach Europa zu bringen. Auf dem Rückweg kam es im April 1789 an Bord des Schiffes zur wohl berühmtesten Meuterei in der englischen (und Film-) Geschichte.

Franco & Spanischer Bürgerkrieg
Einen Beitrag zur spanischen Geschichte leistete die Insel Teneriffa im Jahre 1936, als sich hier General Frabcisco Franco (1892 - 1975), damals Kommandeur der Region der Kanarischen Inseln, mit seinen nächsten Offizieren traf, um einen Militärputsch zu planen, der schließlich zum Spanischen Bürgerkrieg führte.

Das moderne Teneriffa
Vor einigen Jahrzehnten begann Teneriffa, sich recht rasant zu einer der führenden Destinationen dder westeuropäischen Reiseveranstalter zu entwickeln. Dass sich die Insel dabei allmählich verändert hat, war unvermeidlich, aber in den abgelegenen ländlichen Gebieten gaht das Leben weiterhin seinen gewohnt gelassenen Gang. Fast die Hälfte der Inselbevölkerung lebt in und um San Cristóbal de la Laguna und Santa Cruz de Tenerife, bis heute die beiden wichtigsten Städte Teneriffas.

Quellen

  • gedruckte Hafeninfos von Trash.AIDAblu Cruises

Weblinks

-- SvenSevke - 13 Apr 2006

 
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