1. Tag - 31-05-2009, Sonntag

An süßem Schlaf war nicht zu denken

Um 2:00 Uhr aufstehen. Was für ein Spaß! Unser Flug nach Menorca startete bereits um 5:00 Uhr. Ich mag es gar nicht besonders, in der Nacht in den Urlaub zu fahren. Natürlich nimmt man sich vor, am Vorabend früher ins Bett zu gehen, aber normalerweise klappt das Einschlafen nicht richtig, weil man an einen anderen Tagesrhythmus gewöhnt ist. Dazu kommt, dass es nachts ziemlich ... dunkel ist. Besonders viel bekommt man dann von seiner Umgebung nicht mit. Vor allem natürlich, wenn man mit dem Auto unterwegs ist. Das war diesmal nicht der Fall, wir würden fliegen. Viele Flüge sind nur deswegen so billig, weil die Flüge zu solch unchristlichen Zeiten möglichst ausgebucht sein sollen. Wir sahen das frühe Aufstehen also als Tribut an unsere Reisekasse.

Jedenfalls waren wir am Vorabend alle um 20:00 Uhr im Bett. Andrea konnte ganz gut einschlafen, die Kinder geisterten aber noch bis 21:00 Uhr im Haus herum, so dass ich ihnen schließlich Werner-Comics in die Hand gedrückt habe, mit der Hoffnung, dass ihnen die Augen dabei schwer würden.

Das Aufstehen um 2:00 Uhr klappte ganz gut. Wir hatten alles gut vorbereitet, und die Koffer waren bereits im Auto. Kurz nach 3:00 Uhr fuhren wir bei 10 Grad und leichtem Regen los. Auf dem Flughafen stellten wir das Auto auf einen Dauerparkplatz. Dies schien uns nach einigen Recherchen die sinnvollste Methode zu sein. Ebenfalls ins Auge gefasst hatten wir, unser Auto bei einem Hotel in Halbergmoos zu parken, denn genau dies inklusive Bus-Shuttle zum Terminal bieten sehr viele Hotels in der Nähe des Flughafens an. Leider hatte sich aber gezeigt, dass diese Parkplätze sehr begehrt waren und deswegen sehr frühzeitig gebucht wurden. Wir waren jedenfalls schon zu spät dran gewesen. Ein weiterer Nachteil ist, dass man natürlich einen erhöhten Zeitbedarf einplanen muss: zunächst muss man zum Hotel fahren, dort muss dann alles abgewickelt werden, dann folgt die Fahrt zum Terminal. Der Parkplatz selber kostet nur ungefähr die Hälfte dessen, was das Dauerparken direkt am Flughafen kostet. Eine andere Alternatove wäre natürlich, mit dem Auto zu einer S-Bahn Station zu fahren und es dort auf einem Park&Ride Parkplatz abzustellen. Das allerdings findet der MVV überhaupt nicht lustig. So stehen bei den Parkplätzen deutliche Hinweisschilder, dass das Parken über Nacht nicht erlaubt sei.

Warteschlangen am Flughafen

Wir parkten also direkt am Flughafen . In den Parkhäusern waren jede Menge Plätze frei. Durch völlig leere Gänge zogen wir unsere Koffer bis zum Check-In. Hier hatten sich allerdings bereits jede Menge Fluggäste eingefunden. Vor unserem Flug gab es noch zwei andere und danach natürlich weitere, alleine drei nach Mallorca.

Unsere Koffer wogen 9, 13, 22 und 26 Kilogramm. Dreimal dürft ihr raten, welcher davon mein Koffer war. ;-)

Nach dem Sicherheits-Check hieß es dann warten.

Das Flugzeug startete pünktlich und durchstieß schon gleich danach eine Wolkenschicht, so dass wir uns den Landkreis Erding nicht von oben ansehen konnten.

Der Flug selber war unspektakulär und mit ca. 1:50 Stunden auch recht kurz. Der Bordservice war sehr reduziert. Außer einem kalten Sandwich gab es nur ein Getränk. Warme Speisen konnten extra bestellt werden, kosteten dann aber so um die 10 Euro. Da der Flug nur kurz war, konnten wir den etwas spartanischen Service verschmerzen.

Wir näherten uns der Insel Menorca vom Norden her, um dann östlich vorbeizufliegen und schließlich von Süden her zu landen. Wir hatten einen ganz guten Blick auf die Insel, obwohl der Himmel doch recht wolkenverhangen war. Immerhin regnete es nicht, wie es gestern noch auf Wetteronline.de vorhergesagt worden war. Heiko hatte bei der Landung große Probleme mit dem Druckausgleich der Ohren. Da nützte auch das Kauen eines Kaugummis nicht besonders viel.

Wir verließen das Flugzeug nach einer etwas harten Landung über einen "Finger" und fanden einen sehr modernen und sauberen Flughafen vor. Die Gepäckausgabe ging reibungslos vonstatten. Nach dem Verlassen des Sicherheitsbereichs konnten wir keinen Ansprechpartner von Alltours finden und sind dann die wartenden Busse abgegangen. Einer davon hatte ein großes Alltours-Schild an der Windschutzscheibe. Der Busfahrer musste uns allerdings mitteilen, dass er unser Hotel nicht anfuhr. Er zückte aber sofort sein Handy, um für uns den richtigen Bus herauszufinden. Der Bus stand eine ganze Ecke weiter mit vielen anderen Bussen auf einem großen Busparkplatz, lag allerdings etwas seitlich vom Ankunftsgebäude, so dass wir dort sicher ohne Hinweis nicht hingegangen wären. Wir wollten gerade losgehen, als uns eine Dame ansprach und sich als Alltours-Guide vorstellte. Sie fragte nach unseren Namen und sagte dann, dass sie im Gebäude auf uns gewartet hätte. Na egal, wir wussten uns auch so zu helfen.

Im Bus waren wir vielleicht 15 Personen. Er fuhr dann auch gleich ab.

Inzwischen hatten wir die recht hohe Luftfeuchtigkeit bemerkt, aber das Wetter war durchaus heiter bei 21°C, und es regnete nicht. In Forstern waren wir bei 10°C losgefahren.

Weder am Bus noch am Busfahrer gab es etwas auszusetzen. Die Landschaft war sehr grün, was aber angesichts der Jahreszeit auch nicht wirklich überraschend war. Die Vegetation war relativ niedrig, große Bäume gab es nicht. Wälder schon gar nicht. Okay, man sah schon Pinien, ein paar Olivenbäume oder Palmen, die auch schon ganz schön hoch gewachsen waren. Aber das sind eher Solitäre. Das Gesamtbild, wenn man über die Insel fährt, zeigt eine relativ niedrige Vegetation. Auffällig war bei unserer relativ langen Busfahrt auch die Sauberkeit. Ich kann mich gut an meine Europadurchfahrten mit dem Motorrad erinnern, bei denen vor allem in Spanien an den Straßenrändern viel Müll herumlag. Das war auf Menorca nicht der Fall. Heiko war im Bus für kurze Zeit schlecht, was wir auf die Übermüdung in Zusammenhang mit der Wärme, der Aufregung und letztendlich dem Busschaukeln zurückführten. Das gab sich dann aber bald.

Der Eingang unseres Hotels

Endlich kamen wir beim Princesa Playa in San Xoriguer an, unserem Ziel. Martinas erster Ausruf war: "Boah, schau mal, das ist ein 4-Sterne-Hotel!" Schön, wenn wir unseren Kindern mal etwas bieten können. :-) Normalerweise löst ja alles nur ein schwaches Schulterzucken aus.

Das Foyer machte einen hochwertigen Eindruck, der Boden war zum Beispiel mit rotem Marmor ausgelegt, und es standen zwei kleine Ledersitzecken zum Verweilen bereit.

Die Ferienanlage bestand aus einer in einer ovalen Gruppe ausgerichteten Haupthaus (Rezeption, kleiner Shop, Internet-Café, Restaurant, Bar), 5 zweistöckigen Häusern mit Zimmern und 4 zweistöckigen Häusern mit Apartments. In der Mitte der Anlage befand sich eine in runden Linien geschwungene Pool-Anlage, die sowohl ein Kleinkindbecken als auch einen Nichtschwimmer-Bereich, einen für Schwimmer, einen Wellness-Pool und einen Whirl-Pool anbot. Umrundet wurde das Ganze von einer Vielzahl von Sonnenliegen sowie in regelmäßigen Abständen im Boden eingelassenen Sonnenschirmen. Eine große Pool-Bar bot neben Getränken mittags auch Snacks an. Alle Gebäude waren in eienr sehr gut gepflegten Gartenanlage eingefügt.

Das Schlafzimmer

Unser Apartment fanden wir leicht. Es bestand aus einem Wohnraum, einem Schlafzimmer und einer Kitchenette mit kleiner Sitzecke. Im Wohnraum standen zwei Schlafsofas mit Federkernmatratze.

Insgesamt war das Apartment gut ausgestattet, aber mit 30 qm für vier Personen zu klein. Ein zweites Schlafzimmer wäre besser gewesen. Wir hatten Probleme, unsere Habseligkeiten zu verstauen. Dazu kam ja noch, dass wir die Polster der Schlafsofas auch noch irgendwo lassen mussten. Notgedrungen musste ein Teil die Nacht auf der überdachten Loggia verbringen. Von dort hatte man in nur 10 Meter Entfernung einen ausgezeichneten Blick auf die gesamte Pool-Anlage. An dieser Stelle möchte ich gerne ergänzen, dass es für die Kinder sowohl einen Mini-Club als auch einen Teen-Club, sowie einen zusätzlichen kleinen Spielplatz gab. Diese befanden sich allerdings in einer Linie zu unserem Gebäude, also nicht im direkten Sichtbereich.

Unser Balkon

Unsere Loggia war nach Norden ausgerichtet, in Deutschland sicher ein Nachteil, in südlichen Ländern aber auf jeden Fall ein Vorteil, zumindest im Sommer, da die Sonne das Apartment nicht so stark aufheizen konnte.

Zwischen unserem ebenerdigen Balkon und dem Pool schlängelte sich ein Weg durch die Anlage, und es standen ein alter Olivenbaum und einige Pinien herum, die für zusätzlichen Schatten sorgten.

Nachdem wir das Apartment in Besitz genommen hatten, gingen die Kinder gleich in den Pool zum Herumplantschen. Das machte ihnen viel Spaß. Andrea und ich sowieso konnten uns nicht dazu überwinden, denn das Wasser sah sehr kalt aus.

Der Weg zum Strand

Später gingen wir zur Strandbucht hinunter. Das war ein kurzer leichter Weg von vielleicht 300 Metern. Dabei kam man auch an zwei kleinen Supermärkten und einem Restaurant vorbei. Alle hatten auch am Sonntag geöffnet. Die Bucht selber war sehr felsig, überhaupt bestand die ganze Küste aus scharfkantigem ausgewaschenem Kalkstein. Nur in den Buchten lag ein feiner Sand. Die Brandung war mittelmeertypisch fast nicht vorhanden, und das Wasser war sehr flach, also ideal für Kinder.

Jetzt in der Vorsaision war so gut wie kein Straßenverkehr. Und die wenigen Menschen unterwegs fielen kaum ins Gewicht. Unsere Spaziergänge waren also sehr naturnah und damit im höchsten Maße entspannend.

Unser Tag hatte bereits um 2:00 Uhr begonnen und nahm kein Ende. Das Restaurant würde erst um 19:00 Uhr öffnen.

Nach unserem Spaziergang legten wir uns ein Stündchen hin. Danach inspizierten wir die Hotelanlage genauer. Das Gelände war eingezäunt, und nur Gäste mit einem elektronischen Schlüssel konnten die Tore öffnen. Jeder Zimmer-Schlüssel hatte natürlich diese Funktion.

Vom Hotel führte uns die Straße ein Stückchen weiter in Richtung Ciutadella, der zweitgrößten Stadt Menorcas . Dabei stießen wir auf jede Menge weiterer Ferienanlagen, alle noch in vorsaisonalem Halbschlaf. Es gab weitere Supermärkte und einige der typischen Geschäfte für Tourismus-Bedarf, wo man draußen neben dem Eingang Luftmatratzen, Badelatschen usw. vorfinden konnte. Auch ein kleines Gesundheitszentrum flößte Vertrauen ein. Ein paar Meter weiter gab es eine große Wiese mit allerlei Spielgeräten, aber auch einem Bolzplatz und einem kleinen Fitness-Parcours. Von dort sind wir wieder runter zur Felsküste und dann am Wasser lang zurück zum Hotel gegangen.

Endlich war Essenszeit. Es gab keinen von uns, der nicht Hunger hatte. Die Wege in der Anlage waren alle sehr kurz. Wir mussten nur schnell den Pool über eine Holzbrücke überqueren, und schon waren wir da. Herrlich! Der Himmel war zwar bedeckt, aber es warm genug, um draußen zu sitzen. Das Restaurant war ganz gut besucht, aber keineswegs überfüllt. Kaum saßen wir, schon fragte uns ein Kellner nach unseren Getränkewünschen. Die Getränke waren hier nicht in der Halbpension eingeschlossen. Ich hielt zunächst die Stellung, während sich die anderen schon mal etwas vom Buffet holten. Sobald die ersten Teller auf dem Tisch standen, ging ich nach innen, um mir einen Überblick zu verschaffen. Aus meinen Erfahrungen mit anderen Mittelmeerländern wusste ich, dass die Hotels und Ferienanlagen oft nicht viel Fisch anboten. Das Mittelmeer galt als überfischt. In dieser Richtung machte ich mir also keine Illusionen. Da war ich positiv überrascht, als mir gleich die erste Schüssel einen Riesenberg Muscheln anbot. Etwas weiter wurden Lamm-Koteletts live gebraten. Lamm muss heiß gegessen werden. Das gefiel mir. Und dann sah ich einen Mann, der leckere rote Riesengarnelen auf einem Teller hatte. Bevor ich lange suchte, sprach ich ihn an und erhielt sehr freundlich Antwort. Natürlich habe ich mir zu den Muscheln gleich ein paar Gambas geholt. Noch ein wenig Knoblauch-Dip und Brot, und mein erster Gang war perfekt.

Der Tischwein wurde in der Flasche serviert und war hervorragend trinkbar. So waren wir alle glücklich und zufrieden. Den Kindern machte es sehr viel Spaß, sich am Buffet selber bedienen zu können. Langsam schlug aber die Müdigkeit doch zu. Immerhin waren wir seit 2:00 Uhr morgens auf, und jetzt war es 20:00 Uhr. Die Kinder hatten weder am Flughafen, noch im Flugzeug, noch im Bus, noch im Apartment geschlafen. Zwar hatten Andrea und ich gehofft, dass sie bei unserer letzten Mittags-Siesta auch etwas schlafen würden, stattdessen hatten sie sich aber heimlich aus dem Schlafzimmerfenster vom Acker gemacht und ihre Eltern alleine pennen lassen.

Beim Abendessen hörten wir nach einem Teller natürlich nicht auf. Vorsichtshalber wiesen wir die Kinder daraufhin, dass es zwar wunderschön wäre, sich den Bauch mit einer bunten Mischung aus verschiedenen Eissorten und Fleisch voll zu hauen, dies aber nach einer gewissen Sättigung auch zu einer spontanen Entleerung des Magens führen konnte. Sie waren einsichtig, und so kam es zu keinem Malheur.

Sobald ein Teller leer war, stand einer der zahlreichen Kellner bereit, um ihn abzuräumen und so Platz für Nachschub zu schaffen. Die Jungs und Mädels waren auf Zack. Deutsch sprachen sie zwar nur sehr wenig, aber mit einer Mischung aus Deutsch, Spanisch und Englisch ging es ganz gut. Na gut, Getränke zu bestellen, war ja nun sprachlich nicht so die große Herausforderung.

Unsere Weinflasche tranken wir nur zur Hälfte. Wir hatten aber an anderen Tischen beobachtet, dass man sich die Flasche auch für den nächsten Abend zurückstellen lassen konnte. Dazu wurde ein Stück Papier mit der Zimmer-Nummer über den Flaschenhals geschoben. Von dieser Möglichkeit machten wir Gebrauch.

Und dann ging es ab ins Bett.

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JPEGjpg Eingang_Princesa-Playa.jpg manage 164.1 K 2009.11.20 - 11:08 UnknownUser Der Eingang unseres Hotels
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GIFgif Gute-Nacht.gif manage 47.7 K 2009.11.20 - 10:28 UnknownUser An süßem Schlaf war nicht zu denken
JPEGjpg Schlafzimmer.jpg manage 42.4 K 2009.11.20 - 12:26 UnknownUser Das Schlafzimmer
JPEGjpg Warteschlange.jpg manage 58.5 K 2009.11.20 - 10:39 UnknownUser Warteschlangen am Flughafen
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Topic revision: r7 - 2009.11.27 - SvenSevke
 
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